29.04.2020 08:00 |

Ärger um Fenstertage:

Schuldirektor rechnet mit eigener Gewerkschaft ab

Dass sich die Lehrergewerkschaft dagegen sträubt, in der Corona-Krise an den beiden Fenstertagen im Mai und Juni zu unterrichten, stößt auch in den Schulen auf Unverständnis.

Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer gibt für mich aktuell ein verheerendes Bild ab.“ Hart ins Gericht geht Reinhard Wilhelm, Direktor der Neuen Mittelschule in Frankenfels, mit seinen Standesvertretern. Der Grund für die Empörung: Kaum hatte Bildungsminister Faßmann angeregt, dass an den Fenstertagen zu Christi Himmelfahrt und Fronleichnam unterrichtet werden soll, folgte, wie berichtet, postwendend der Protest von Gewerkschafter Paul Kimberger. In einer Wut-Mail an die Gewerkschaftsbosse macht Wilhelm jetzt seinem Ärger darüber Luft: „Es fehlt der Lehrergewerkschaft an Sensibilität. Ihr seid im Augenblick falsch beraten, jetzt braucht es so etwas wie einen nationalen Schulterschluss.“ Er ist überzeugt, dass drei Viertel der Lehrer oder mehr „aus Solidarität kein Problem mit einem Schulbetrieb an den Zwickeltagen haben“.

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Wo Zehntausende ihre Arbeit verlieren, zerstört die Gewerkschaft wegen der beiden Fenstertage das Image der Lehrer.

Reinhard Wilhelm, Schuldirektor

Und abschließend schreibt Wilhelm seinen obersten Standesvertretern noch ins Stammbuch: „Ich war von meinem ersten Arbeitstag an überzeugtes Gewerkschaftsmitglied. Jetzt fällt mir das schwer!“

 Niederösterreich-Krone
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