28.04.2020 07:34 |

Brenner und Kufstein

Corona-Kontrollen: Stippvisiten an Tiroler Grenzen

Rund um die Uhr werden seit Ausbruch der Corona-Krise die Verkehrsflüsse kontrolliert. Bei Lokalaugenscheinen der „Tiroler Krone“ am Montag am Brenner und bei Kufstein war die Lage einigermaßen ruhig.

Am Autobahn-Checkpoint beim Brenner ist es um 10.50 Uhr sehr ruhig: Mit Unterstützung des Bundesheeres kontrolliert die Polizei die aus Italien einreisenden Lkw. Die Autos werden schon vorher auf die Bundesstraße umgeleitet und dort unter die Lupe genommen. Sowohl auf der Autobahn als auch auf der Bundesstraße ist das Aufkommen gering, wie Dietmar Kirchmair schildert: „Der Verkehr ist deutlich zurückgegangen. Am Wochenende ist fast nichts los. Unter der Woche nur minimal mehr.“ Das bestätigt auch Stefan Eder von der Tiroler Landespolizei: „Zwischen 3500 und 4000 Lkw passieren derzeit täglich den Brenner.“ Laut Auskunft der Asfinag ist in den vergangenen Wochen ein Rückgang von 20 Prozent zu beobachten.

80 Prozent weniger Autos
11.30 Uhr: Bei der Bundesstraße werden die zuvor umgeleiteten Autos kontrolliert. Auch hier ist das Aufkommen derzeit gering. Zwischen 300 und 500 sind es laut Eder. „Wir stellen einen Rückgang von mehr als 80 Prozent beim Personenverkehr fest“, sagt Alexander Holzedl, Pressesprecher der Asfinag. Sowohl bei den Kontrollen der Lkw als auch der Pkw „gibt es bisher keine Probleme“, teilt Kirchmair mit. „Die Lenker sind durchwegs kooperativ.“

Reger Verkehr bei der Grenze zu Oberaudorf
10.55 Uhr, Lokalaugenschein im Unterland beim Ursprungpass, der Bayern mit dem Thierseetal verbindet. Auf deutscher wie österreichischer Seite wurden temporäre Grenzzäune errichtet. Kontrollen gibt es keine, der Übergang und dessen Peripherie wird jedoch in Bayern von der deutschen Polizei und in Tirol seit Neuestem vom Bundesheer durch unregelmäßige mobile Streifen Tag und Nacht überwacht.

12.40 Uhr: Reger Verkehr herrscht an der Bundesstraße zwischen dem bayrischen Oberaudorf und den Nachbarn in Tirol, den Gemeinden Erl und Niederndorf. In gegenseitiger Abstimmung mit den deutschen Behörden ist der Warenverkehr und der Berufspendlerverkehr hier nach wie vor möglich.

Bisher keine Probleme bei den Kontrollen
Wobei die Polizei, bevor ein Unteroffizier des Bundesheeres mit der Fiebermessung beginnt, die notwendigen kontrollrechtlichen Dokumente genauestens überprüft. „Die Kontrollen werden sehr gelassen aufgenommen, bis jetzt verlief alles sehr friktionsfrei“, weiß Gottfried Lindner von der Polizeiinspektion Niederndorf mitzuteilen.

Interview: Das Kleine Eck ist plötzlich ganz groß
Rainer Scharf von der deutschen Bundespolizei über den derzeitigen Stand der Ein- und Durchreise über das Große deutsche Eck.

„Krone“:  Hat sich das Verkehrsaufkommen seit Inkrafttreten der Corona-Maßnahmen verändert?
Rainer Scharf:
Wir haben so gut wie keinen zäh fließenden Verkehr mehr, da ja das Verkehrsaufkommen insgesamt abgenommen hat.

Wie werden die Einreisekontrollen gehandhabt?
Wenn es sich nicht um deutsche Staatsangehörige handelt, wird festgestellt, ob die Personen einen triftigen Grund haben, nach Deutschland einzureisen. Neben deutschen Staatsbürgern dürfen selbstverständlich Menschen aus einem EU-Land in ihr EU-Heimatland reisen. Berufspendler, die in Tirol leben und in Deutschland arbeiten, können problemlos mit einer unterfertigten Bestätigung durch den Arbeitgeber einreisen.

Was wäre ein triftiger Grund für eine Rückweisung nach Österreich?
Wenn man von Tirol über das Große deutsche Eck nach Salzburg oder Wien fahren will, werden wir die Einreise verweigern. Die Durchreise über das Kleine deutsche Eck wurde wieder gestattet und steht nun hoch im Kurs.

Werden auch Lastkraftwagen kontrolliert?
Im Zuge der Schleuser-Tätigkeiten werden Stichproben gemacht.

Manuel Schwaiger und Hubert Berger, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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