27.04.2020 18:01 |

In Zeiten der Krise

Auto-Gottesdienst auf Parkplatz im Burgenland

In Zeiten der Krise muss man kreativ sein und sich etwas einfallen lassen. Um gemeinsam mit Gläubigen trotz der aktuellen Einschränkungen einen Gottesdienst feiern zu können, rief die evangelische Pfarrgemeinde Neuhaus am Klausenbach im Burgenland am Sonntag zu einem Auto-Gottesdienst auf. Statt in der Kirche wurde auf dem Parkplatz des örtlichen Freibades gefeiert, rund 150 Menschen in circa 60 Fahrzeugen nahmen daran teil.

Man habe gemerkt, dass den Menschen die Gemeinschaft gefehlt habe, erklärt Pfarrerin Virág Magyar im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst für Österreich - auch wenn es täglich Andachten über die Gemeindehomepage sowie Radio- und Fernsehgottesdienste gebe: „Ich glaube, den Kirchplatz kann nichts ersetzen“, zeigt sie sich überzeugt.

Aufwendiger als ein „normaler Gottesdienst“
Natürlich war es kein normaler Sonntag - die Planung des Gottesdienstes habe sich aufwendiger gestaltet. So waren etwa mehrere Genehmigungen bei der Bezirkshauptmannschaft nötig. Bei der technischen Ausrüstung habe der örtliche Bestatter ausgeholfen, heißt es weiter, und anstatt Orgelklängen sorgten Bläser für die musikalische Begleitung.

Auf die Idee hätten sie ihre engen Kontakte zur ungarischen reformierten Kirche gebracht, erklärt die gebürtige Ungarin. So habe die Gemeinde in der Budapester Altstadt bereits einen ähnlichen Auto-Gottesdienst gefeiert: „Da sind wir mitgezogen“, auch, weil viele in der Gemeinde nicht die Möglichkeit hätten, Online-Gottesdienste mitzuverfolgen, erklärt Magyar.

„Wollen vermeiden, jemanden nach Hause zu schicken“
Eine mögliche Wiederholung des Auto-Gottesdienstes schließt die Pfarrerin jedenfalls nicht aus. Denn auch mit der ab 15. Mai geltenden Platzregelung für öffentliche Gottesdienste würden Alternativen notwendig sein: „Bei 20 Quadratmetern pro Person wären das in unserem Saal fünf Personen plus Pfarrer und in unserer Kirche 16 Personen. Da werden wir auf jeden Fall Alternativformen suchen, weil wir es vermeiden wollen, jemanden nach Hause zu schicken“, so Magyar.

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