26.04.2020 13:44 |

System umgestellt

Wie Wirte und Co. jetzt um die Gäste kämpfen

Zu Tisch setzen darf man sich bei ihnen nicht, aber heimische Gastronomen haben viele Ideen, um Gäste versorgen zu können.

Es dauert zwar noch bis Mitte Mai, bis die Gastronomen in Österreich wieder Gäste am Tisch bewirten dürfen. Doch um ihre Kunden in der Zwischenzeit versorgen zu können, haben viele neue Ideen für die Abholung oder Zustellung.

„Seit über zwei Wochen bieten wir in unserem Restaurant in Wien-Nussdorf ein Take-away-Service an, jetzt auch in unserem Restaurant in Hietzing“, sagt Top-Gastronom Mario Plachutta. Gäste können Speisen ganz einfach per E-Mail vorbestellen.

Auf eine Partnerschaft mit dem Lieferdienst lieferando.at setzt wiederum Pizzabäcker Luigi Barbaro. Außerdem hat er eine Abholstation im Innenhof des barocken Palais Esterházy eingerichtet.

Sich Eis in Boxen holen kann man zum Beispiel beim Eissalon am Schwedenplatz. Chef Silvio Molin-Pradel: „In vielen Bezirken stellen wir auch mit einem dreirädrigen ,Ape Car‘ zu.“

„Wir haben schon viele Bestellungen“
Umgestellt hat sich Unternehmerin Vlatka Bijelac vom Steaklokal Beef & Glory im 8. Bezirk: „Wir liefern seit Donnerstag vor allem Burger und haben schon viele Bestellungen.“

Multi-Gastronom Berndt Querfeld (Café Landtmann etc.) hat aus der Not sofort eine Geschäftsidee entwickelt: „Neu ist unser Mehlspeis-Lieferservice, denn das Gebot der Stunde lautet: Jeder Euro zählt.“

Das Bestellservice „Mirth in the Box!“ bietet Matthias Mirth vom Gasthof Kirchenwirt in Eltendorf (Bgld.) am Donnerstag, Samstag und Sonntag an: „Gäste können die Speisen in Bio-Boxen in einem Zeitfenster abholen.“

Küchenchefin Heidi Ratzinger von der Wirtschaft am Markt in Wien-Meidling setzt indes auf Menüs im Glas. Dienstag bis Samstag kann sich jeder um die Mittagszeit „etwa ein Kalbsrahmgulasch oder ein Beuschel holen“. „Vom Schweinsbraten bis zum Spargel aus dem Weinviertel kann man Speisen über Mittag bei uns bekommen“, so Harald Pollak, der mit Frau Sonja den Retzbacherhof in Unterretzbach (NÖ) betreibt, aber nicht zustellt.

Im Gasthof Zur Traube im oberösterreichischen Grein bieten Sabrina und Florian Kurzmann Backhendl & Co. an. Florian Kurzmann: „Wir haben uns entschlossen zu liefern. Wenn mehr Bestellungen hereinkommen, können wir ein paar Mitarbeiter wieder von der Kurzarbeit hereinholen.“

In Salzburg lässt sich Weiherwirt-Geschäftsführerin Christina Caliskan jetzt jede Woche etwas einfallen, das man mitnehmen kann, wie z.B. Fischsuppe oder Thunfisch Poké, also Fischsalat. Alle Gastronomen betonen, dass strengste Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Caliskan: „Wir arbeiten mit Mundschutz, bezahlt wird meist mit Karte.“

Vergil Siegl, Kronen Zeitung

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