24.04.2020 09:47 |

Trotz Kurzarbeit

Deutschland drohen bis zu 3 Mio. Arbeitslose

In Deutschland versucht man - wie in Österreich - mit Kurzarbeit Arbeitsplätze während der Pandemie zu retten. Damit konnte unser Nachbar schon während der Rezession 2009 Erfolge verzeichnen, die Arbeitslosigkeit erhöhte sich damals nur um 0,7 Prozent. Diese Maßnahme soll auch in der aktuellen Krise die schweren wirtschaftlichen Auswirkungen für Arbeitnehmer abfedern: Ein Expernte warnt dennoch, dass die Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr über die Drei-Millionen-Grenze steigen könnten.

Deutschland lockerte bereits die Regeln für die Kurzarbeit, um massenhafte Kündigungen zu vermeiden. „Diese Krise ist ein Paradefall für die Kurzarbeit“, findet auch Arbeitsmarktforscher Enzo Weber, wie die „Zeit“ berichtete. „Die Ursache kommt von außen, es handelt sich also nicht um ein hausgemachtes Problem, und der Abschwung ist aller Voraussicht nach zwar massiv und nicht nur ganz kurzzeitig, am Ende aber doch vorübergehend“, so der Experte. Deutsche Arbeitnehmer bekommen in Kurzarbeit maximal 67 Prozent des Nettolohns.

Kurzarbeit kein Allheilmittel gegen Zuwachs an Arbeitslosen
Obwohl auch in Deutschland die ersten Lockerungen der Coronamaßnahmen in Aussicht gestellt wurden, werden dennoch große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt befürchtet. Eine deutliche Verschlechterung sei diesmal unvermeidbar: „Wenn es ungünstig läuft, könnten die Arbeitslosenzahlen 2020 vorübergehend wieder über die Drei-Millionen-Grenze steigen“, erklärte Weber der „Wirtschaftswoche“. Besonders Geringverdiener und Geringqualifizierte seien vom Jobverlust bedroht.

Weber fordert „Rettungsschirm für neue Jobs
Ein „staatlicher Rettungsschirm für Neueinstellungen“ könnte eine weitere Möglichkeit darstellen, die Situation am Arbeitsmarkt zu entschärfen, so Weber. Betriebe sollen für einen bestimmten Zeitraum von den Sozialabgaben für neu eingestelltes Personal befreit werden, fordert der Experte. Die Kosten dafür solle der Bund tragen.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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