Corononavirus in OÖ:

„Mir machen jene Sorgen, die nicht zu uns kommen“

„Derzeit dürfen nur Menschen kommen, die keine Wohnung haben“, erzählt Helene Stockinger (47). Die Linzerin ist Sozialarbeiterin bei der Evangelischen Stadt-Diakonie in Linz. Sie packt bei der Frühstücksausgabe im Of(f)’n-Stüberl mit an, das von Obdachlosen aufgesucht wird.

„Wir geben alles mit Zangen aus, Selbstbedienung wie sonst gibt es keine“, erzählt Helene Stockinger über die neuen Sitten bei der Frühstücksausgabe. 

Im Of(f)’n-Stüberl gibt es nicht nur Frühstück, sondern die Gäste können auch den PC benützen oder duschen: „Wir müssen jetzt alles ständig penibel desinfizieren“, sagt Stockinger. Aber sie ist dahinter, dass alles gut funktioniert, und bleibt pragmatisch. „Unterstützung beim Kontakt zu Behörden ist im Einzelfall in dieser Krise extrem wichtig“, etwa wenn es um die AMS-Krankenversicherung geht. Insgesamt haben aber auch Behörden eingeschränkten Betrieb und es wird einiges aufgeschoben. „So bleibt eh mehr Zeit."

Doch wirklich Sorgen machen ihr die vielen, die jetzt nicht kommen dürfen: „Wir betreuen sonst auch Menschen, die zwar eine Bleibe haben, aber in Armut leben.“ Stockinger wird sich erst entspannen, wenn diese wieder da sind, denn sie weiß: „Viele von diesen haben keinen Kühlschrank, keinen Wasserkocher, oft nicht einmal Strom. Sie wohnen völlig desolat.“
Warum ist sie so für andere da? Sie mag Menschen und es ist ihr Job. Und dabei ist sie „klar und streng, Klarheit ist bei uns immer wichtig“, antwortet Stockinger. Und jetzt sowieso. Sie gibt Sicherheit in unsicheren Zeiten.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Samstag, 27. Februar 2021
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