19.04.2020 06:00 |

Schluss mit lustig ...

Kein Badespaß? „Kann sein, dass Saison ausfällt“

Österreich, Land der Gewässer. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie könnten sie heuer weitgehend verwaist bleiben. Betroffene berichten von ihren Sorgen und Hoffnungen.

Die Vertreibung aus dem burgenländischen Badeparadies sorgt für Aufregung. Schließlich ist Österreich ein Land des Wassers. Wunderbare Seen und Bäder. Doch leider - wir dürfen nicht hinein. Zumindest nicht in die organisierten Bereiche, wo zu großes Gedränge herrscht: bei Kantinen, Eingängen, auf Wiesen und vor allem auf Stegen, wo es besonders eng zur Sache geht.

„Kann sein, dass wir die ganze Saison kippen müssen"
Vizekanzler Werner Kogler: „Es ist nicht vorstellbar, dass mit 1. Mai Bäder aufsperren, wie wir sie kennen.“ Es herrscht Ungewissheit. „Wir wissen gar nichts“, sagt Martin Kotinsky, Sprecher der 38 Wiener Bäder (Personal 920). „Wir müssen warten, was uns die Regierung Ende April verordnet.“ Mit einer Öffnung rechnet Kotinsky nicht vor „Mitte Juni. Es kann sein, dass wir die ganze Saison kippen müssen.“

Ob man bei einer Öffnung alles kompensieren könne, weil es mehr nach Wasserspaß gelüstet? „Glaube ich nicht. Viele, vor allem Ältere, haben Corona und die Gefahren im Kopf und werden fernbleiben.“ Zudem würden auch hier wohl Sicherheitsmaßnahmen (Maskenpflicht, begrenzte Besucherzahl, Abstandsregeln) gelten. Kotinsky. „Wir haben dafür mehr Personal eingeplant, um alles einzuhalten.“ Fest steht, einen Rekordjuni wie 2019 wird es sicher nicht geben - 1,1 Millionen Badegäste in Wien.

Seengebiete zwischen Hoffen und Bangen
Wie anderswo gibt es auch in Kärnten viele beliebte Ziele, die zurzeit für Touristen unerreichbar sind. Wörthersee, Ossiachersee, Millstättersee etc. „Auch wir warten auf die Angaben aus Wien“, sagt der zuständige Landesrat Sebastian Schuschnig. Wie im Burgenland will man jedenfalls nicht vorgehen. „Egal, ob Einheimische oder Zweitwohnbesitzer, es verhalten sich alle korrekt. Wäre das anders, würden wir auch die Seezugänge sperren. Für alle.“ Die unverbauten Zugänge gibt es, allerdings überschaubar an Zahl, wie am Millstättersee. Dort leiden, wie andernorts, Gastronomie und Hotellerie.

Alexander Tacoli, Eigentümer der Seevilla, hat sein Personal (15 Personen) in Kurzarbeit geschickt. „Ich muss aber auf das Geld bis mindestens Juni warten und bis dahin 100.000 Euro selbst finanzieren. Ich habe Kredit bei der Bank bekommen. Viele andere nicht. Das ist eine Katastrophe.“ Es gibt Lichtblicke.

„Wir gehen über vor Buchungen aus Österreich“, sagen Landesrat Schuschnig und Seevilla-Betreiber Tacoli. Andererseits weiß man auch - 75 Prozent der Touristen in Österreich kommen in normalen Jahren aus dem Ausland.

Kronen Zeitung

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