18.04.2020 00:35 |

„Missverständis“

Kinos wollen nicht bis August aufs Öffnen warten

Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz zum Fahrplan der Kultur in der Corona-Krise (siehe auch Video oben) gesagt, die Kinobetreiber hätten ihr gegenüber ein Interesse am gemeinsamen Öffnen erst Ende August signalisiert. Dem entgegnen nun Österreichs Kinobetreiber: Sie möchten alsbald wieder für ihr Publikum öffnen - wenn die Rahmenbedingen dafür stimmen. Dies betreffe einerseits den derzeit fehlenden Nachschub an Blockblustern, andererseits auch die politischen Vorgaben, wie zunächst der Österreichische Kinoverband unterstrich. Auch der größte österreichische Kinobetreiber Cineplexx betonte, dass man bereits im Sommer „aufsperren könnte und möchte“. Lunacek sprach unterdessen von einem „Missverständnis“.

„Selbstverständlich wollen wir am liebsten morgen unsere Kinosäle wieder öffnen, wir sind ja nicht der Feind unseres eigenen Geschäftes“, unterstrich Christian Dörfler als Präsident des Österreichischen Kinoverbandes. Gerade im Juli und Sommer generiere man in der Kinobranche dank Hollywood-Blockbustern traditionell gewaltige Umsätze. „Das wirkliche Problem, warum unsere 142 Kinos nicht morgen wieder ihre 577 Säle öffnen, ist ganz einfach das derzeit fehlende Produkt, nämlich der Film und die nicht planbaren Rahmenbedingungen“, so Dörfler.

In der Corona-Krise sei der Filmmarkt praktisch gänzlich zum Erliegen gekommen, und zahlreiche Filmpremieren wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Filme würden erst dann in die österreichischen Kinos kommen, wenn in Europa die großen Nationen ihre Häuser wieder öffnen, was derzeit noch nicht absehbar sei, so Michael Stejskal vom Verleiherverband.

Cineplexx will wirtschaftlich vertretbare Regelungen
„Wir möchten klarstellen, dass wir unter realistischen Bedingungen [...] bereits im Sommer aufsperren könnten und auch möchten“, legte am Freitag Christian Langhammer als Chef des heimischen Branchenprimus Cineplexx nach. Zu diesen wirtschaftlich vertretbaren Regelungen gehöre, nicht 20 Quadratmeter Platz pro Zuschauer vorzuschreiben, sondern etwa eine maximale Auslastung pro Kinosaal von 50 Prozent. Wenn jeder zweite Sitz frei bleibe, sei der Mindestabstand problemlos einzuhalten.

Lunacek bedauert „Missverständnis“
Lunacek bedauerte das „Missverständnis“, dass die Kinobetreiber - unabhängig von etwaigen Vorgaben von politischer Seite zum Coronaschutz - vor Ende August aus wirtschaftlichen Gründen ohnedies keine Öffnung anstreben würden. Sie habe in ihren Gesprächen mit diversen Kinobetreibern mehrheitlich die Rückmeldung erhalten, dass ein etwaiges Wiederaufsperren im Sommer unter Einhaltung der gebotenen Schutzmaßnahmen ökonomisch extrem schwierig sei, so die Staatssekretärin in einer Aussendung: „Meine Ableitung daraus war, dass die Kinos nicht öffnen möchten. Ich bedauere das Missverständnis.“

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