14.04.2020 10:22 |

Natur

Den Wald hautnah erleben

In den Wald darf man bekanntlich auch in Zeiten der Coronakrise. Die verstärkte Freizeitnutzung stellt das komplexe Ökosystem aber auch vor Herausforderungen. Die „Waldschule Bodensee“ klärt auf.

Der Wald übte immer schon eine große Faszination auf uns Menschen aus und diese intensive Beziehung gilt es auch zu pflegen. Die „Waldschule Bodensee“ verfolgt den Auftrag der Waldpädagogik und lehrt einen achtsamen Umgang mit diesem sensiblen Lebensraum. „Da immer mehr Menschen die Qualität des Waldes schätzen, gilt es ein paar Spielregeln zu beachten“, erklärt Karin Müller-Vögel von der Waldschule. Das Ziel sei es, Wissen über das Ökosystem zu vermitteln, aber auch zu kommunizieren, dass der Wald jemandem gehöre und er genutzt werden kann und soll.

Die vielfältigen Funktionen des Waldes machen ihn zu einem ganz besonderen Lebensraum. „Insbesondere die Erholungsfunktion hat in den vergangenen Jahren immens an Bedeutung gewonnen. Die Menschen haben den Wald als Ort der Entspannung und Regeneration neu entdeckt.“ Wissenschaftliche Studien zeigen auf, warum dem so ist: Der Wald hat nachweislich eine sehr positive Wirkung auf das Wohlbefinden und die Gesundheit. Regelmäßige Aufenthalte im Wald tragen zur Erholung bei, stärken das Immunsystem, erhöhen die Aktivität natürlicher „Killerzellen“, können Stress reduzieren, verbessern den Schlaf und haben positive Auswirkungen auf das Nervensystem.

Bereits 1982 hat Tomohide Akiyama, damals Leiter der japanischen Forstverwaltung„, den Begriff des “Waldbadens„ (“Shinrin Yoku„) geprägt. Dabei nimmt man natürlich nicht buchstäblich ein Bad im Wald, sondern genießt die Atmosphäre und saugt die Natur aus nächster Nähe mit allen Sinnen auf. “Das Waldbaden ist in Japan mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge", erklärt Müller-Vögel.

Während in Japan das Bad im Wald mit Meditationstechniken oder Qigong kombiniert wird, hat die Waldschule eine auf unseren kulturellen Hintergrund adaptierte Form des Waldbadens entwickelt: “Wir verknüpfen unser Waldbaden stark mit der Waldökologie, also mit dem Wissen um den Wald. Das Interesse ist sehr groß.„ Es gehe darum, sich wirklich bewusst im Wald aufzuhalten, seine Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Karin Müller-Vögel kombiniert ihre Lehrgänge zudem mit einer ihrer Leidenschaften - dem Geschichtenerzählen. „Märchen und uralte Überlieferungen geben uns Einblick in die frühere Lebensweise und verbinden uns mit unseren Wurzeln.“

Das Angebot der Waldschule ist breit gefasst - es gibt Kurse für Kinder, Schüler und Senioren, aber auch für Unternehmen, die mit ihren Mitarbeitern in den Wald gehen, um vom Ökosystem zu lernen. “Und je mehr wir über den Wald erfahren, desto geheimnisvoller wird er!"

Sandra Nemetschke
Sandra Nemetschke
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