09.04.2020 10:35 |

Mehr Opfer als 2018

Für 20.000 Hasen wurden Straßen zu tödlicher Falle

Nicht nur aufgrund der aktuellen Corona-Krise hat es der (Oster-)Hase schwer. Allein im vergangenen Jahr kamen beinahe 20.000 seiner Artgenossen auf Österreichs Straßen ums Leben - mehr als noch im Jahr zuvor. Die Dunkelziffer allerdings dürfte weit höher liegen. Das dichte Straßennetz schränkt den Lebensraum der Tiere stark ein, weshalb stärkerer Schutz von Naturgebieten gefordert wird.

Die Feldhasen sind im Frühjahr zudem besonders aktiv, denn es ist Paarungszeit. „Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. Das große und dichte Straßennetz Österreichs schränkt den Lebensraum der im Freien lebenden Tiere stark ein“, erklärte der Sprecher des Verkehrsklub Österreich (VCÖ), Christian Gratzer.

Im Schnitt durchschneiden 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen. Neben den rund 2240 Kilometern Autobahnen und Schnellstraßen gibt es in Österreich rund 34.000 Kilometer Landesstraßen und mehr als 90.000 Kilometer Gemeindestraßen.

Stärkerer Schutz von Naturgebieten gefordert
Allein seit dem Jahr 2015 hat der Flächenverbrauch durch den Straßenverkehr laut Umweltbundesamt um 43 Quadratkilometer zugenommen. Der VCÖ fordert einen stärkeren Schutz von Naturgebieten vor dem Aus- und Neubau von Straßen. Laut der offiziellen Daten der Jagdstatistik wurden exakt 19.899 Hasen und Wildkaninchen von Lkw und Pkw niedergefahren, um rund 850 mehr als im Jahr 2018.

Die meisten tierischen Opfer gibt es in Niederösterreich
Im Bundesländer-Vergleich fielen die meisten Hasen in Niederösterreich dem Straßenverkehr zum Opfer, nämlich 8671, berichtet der VCÖ. Dahinter folgen Oberösterreich (5033), Steiermark (2623), Burgenland (2446), Salzburg (594) und Kärnten (478).
Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Seit dem Jahr 2010 fielen in Österreich bereits mehr als 200.000 Feldhasen und Wildkaninchen dem Kfz-Verkehr zum Opfer.

„Sorgsamerer Umgang mit Natur“
„Wir brauchen einen sorgsameren Umgang mit der Natur. Fauna und Flora benötigen mehr Schutz. Und wir haben auch die Verantwortung, unseren Kindern und Enkelkindern eine intakte Umwelt zu übergeben. Was heute verbaut wird, steht kommenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, so Gratzer. Österreich habe bereits ein dicht ausgebautes Straßennetz. Auch angesichts der zunehmenden Klimakrise sei ein weiterer Ausbau nicht mehr gerechtfertigt.

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