Angebote eingeschränkt

Corona-Shutdown trifft Familien mit Behinderten

Der Corona-Shutdown trifft auch Familien mit behinderten Angehörigen hart. Werkstätten sind geschlossen und in Wohneinrichtungen ist Besuchsverbot. Das wirft zu Ostern größere Probleme auf.

Manche Familie möchten wegen des Besuchsverbots ihre beeinträchtigten Angehörigen, zum Beispiel erwachsene Kinder, zumindest über Ostern heimholen. Renate Hackl von der Sozialabteilung rät davon vehement ab: „Die betreffenden Personen können danach nicht so einfach zurückgebracht werden, weil das für andere Menschen in der Wohneinrichtung ein zu großes Infektionsrisiko wäre und eine 14-tägige Quarantäne kaum umsetzbar wäre.“ Hackl rät zu Kontakt aus der Distanz, über Handy-Apps wie Whatsapp. „Es tut uns leid, aber da müssen wir rigide sein“, bedauert Frau Hackl.

Menschen fühlen sich im Stich gelassen
Bis auf Notfallvorsorgen beziehungsweise Übergangsbetrieb durch Mitarbeiter der Sozialeinrichtungen sind Werkstätten und andere Tagesstrukturen wochenlang geschlossen. Die Betroffenen müssen also auch untertags daheim betreut werden, was besonders für Alleinerziehende - wie Silvia Reichl und ihren Sohn Florian, über deren Schicksal wir in Zeiten vor Corona bereits berichtet haben - große Probleme aufwirft. Hier fühlen sich laut Frau Reichl viele Menschen von der Politik aktuell im Stich gelassen.

Auch Maskenpflicht wirft Probleme auf
Frau Reichl formuliert es in einer Whatsapp-Nachricht so: „Es beschäftigt mich schon die ganze Zeit, denn wenn ich die Nachrichten verfolge, fehlt mir eines: Es wird nicht über die behinderten Menschen gesprochen, deren Pflege zu Hause stattfindet, da ja auch die Werkstätten geschlossen sind. Wie sind da die Eltern unterstützt, wenn sie nicht arbeiten können oder sie Alleinerziehende sind, oder wieder zur Arbeit müssen und die Werkstätte geschlossen ist? Ich kann zwar Florian vielleicht mit zur Arbeit nehmen, er wäre aber trotzdem der Gefahr mehr ausgesetzt da er es nicht versteht was zu beachten ist. Leider wird darüber nicht gesprochen.  Unsere Kinder mit Handicap können diese Masken vielleicht gar nicht tragen aus Angst, Atemnot, oder weil sie es nicht verstehen.“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Montag, 01. Juni 2020
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