Franz Harnoncourt

„Oberösterreich ist für Anstieg gut gewappnet“

Franz Harnoncourt, Chef der OÖ Gesundheitsholding und der Uniklinik, ist sicher, dass Oberösterreich auf den Corona-Peak gut vorbereitet ist. Außerdem erklärt er wie es in den Spitälern mit der Schutzausrüstung ausschaut. Aktuell gibt es in Oberösterreich 1307 Erkrankte, 113 werden im Krankenhaus behandelt und 29 liegen auf der Intensivstation.

„Krone“: Herr Dr. Harnoncourt, der Höhepunkt der Corona-Krise wird für Mitte April bis Mitte Mai erwartet – ist Oberösterreich dafür gerüstet?
Franz Hanoncourt: Ja, wir sind gut gewappnet. Wir koordinieren nun trägerübergreifend die Intensivbetten aller Spitäler des Landes zentral, haben so einen guten Überblick. Derzeit ist fast die Hälfte der 250 Intensivbetten frei.

„Krone“: Es gibt aber Ärger über zu wenig Schutzkleidung.
Hanoncourt: Da werden wir die nächste Versorgungsstufe ausrollen – und wir wurden bereits aktiv, das Land hat selbst Masken, Beatmungsgeräte und mehr bestellt – wir haben die Situation gut im Blick. Aber klar, die Lage am internationalen Markt ist angespannt.

„Krone“: Auch beim Einkaufen im Supermarkt braucht man Masken: Ist da aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Maßnahme?
Hanoncourt: Jede Maßnahme, die zur Eindämmung der Ausbreitung dient, ist sinnvoll. Das beginnt bei den Basis-Hygienemaßnahmen wie in die Armbeuge niesen, Hände waschen, etc. Die Masken beim Einkaufen bieten Schutz, weil man nicht angehustet wird. Deshalb soll jeder die Vorgaben einhalten – etwa das „Social Distancing“. Wobei...

„Krone“: Wobei?
Hanoncourt: Es geht um Abstand halten, „Body Distancing“, man kann dennoch Kontakt halten. Durch die Schutzmaßnahmen haben wir übrigens bei Ärzten und Pflegepersonal weniger Krankenstände als im Schnitt, weil auch die Grippewelle schwächer ausfiel.

„Krone“: Die geplanten Eingriffe wurden vorläufig alle verschoben. Ab wann rechnen Sie mit einer Entspannung?
Hanoncourt: Wir haben planbare Eingriffe auf ab Juni verschoben. Eine gewisse Grundbeschäftigung mit Corona wird zwar sicherlich weiter bleiben, aber wir müssen parallel dazu natürlich auch die Versorgung für Menschen mit anderen Erkrankungen aufrecht erhalten.

Christian Kitzmüller

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Dienstag, 26. Mai 2020
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