FACC-Vorstandschef

„Emotion hilft in der jetzigen Situation nicht“

Warum bei FACC trotz Turbulenzen in der Luftfahrtbranche derzeit die Produktion im Innviertel weiterläuft und was ihm Mut macht, verrät Chef Robert Machtlinger.

„Krone“:Herr Machtlinger, weltweit haben Fluglinien ihren Betrieb eingestellt. Wie geht’s Ihnen damit?
Robert Machtlinger: Die Situation ist so, wir können sie nicht ändern, da hilft keine Emotion. Unser Fokus liegt derzeit auf der Gegenwart und da sind wir mit ständig neuen Gegebenheiten konfrontiert.

„Krone“:Welche zum Beispiel?
Machtlinger: Boeing etwa teilte uns Montag-Abend mit, dass die Produktion normal weiterläuft. Ein paar Stunden später war klar, dass doch ein Werk abgestellt wird. Bombardier verlängerte seine Produktionspause von zwei auf vier Wochen, und, und, und.

„Krone“:Wie schnell können Sie darauf reagieren?
Machtlinger: Wir haben eine interne Task-Force, die sieben Tage die Woche 24 Stunden erreichbar ist und sofort die Weichen stellt. Wir versuchen, sehr flexibel zu sein.

„Krone“:Wie läuft die Produktion bei FACC derzeit?
Machtlinger: Unsere Fertigung fährt derzeit voll, allerdings mit reduzierter Mannschaft. Wir haben werdende Mütter und Mitarbeiter, die erhöht gefährdet sind, vom Dienst freigestellt. Lehrlinge lernen von zu Hause aus. Wir gehen da auf Nummer sicher. Die, die da sind, versuchen das zu kompensieren.

„Krone“:Andere Firmen stellen ihre Produktionen vorübergehend ein. Warum FACC nicht?
Machtlinger: Weil wir ein systemrelevanter Betrieb sind. Es gibt Komponenten, die liefern weltweit nur wir. Stellen wir die Produktion ein, dann wird kein einziges Flugzeug mehr weltweit gebaut.

„Krone“:Trotzdem wird auch Ihr Unternehmen einen Antrag auf Kurzarbeit stellen.
Machtlinger: Ja. Wir werden vorsorglich alle 3300 Beschäftigten in Österreich voraussichtlich ab 6. April zur Kurzarbeit anmelden. Derzeit ist das alles noch sehr vage, weil viel von den Maßnahmen unserer Kunden abhängt.

„Krone“:Was macht Ihnen in dieser schwierigen Zeit Mut?
Machtlinger: Die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Wir sind schon durch diverse Krisen gegangen. Wir haben es drauf, schnell wieder Boden gutzumachen.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Dienstag, 31. März 2020
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