19.03.2020 23:40 |

Virologe zu Tests:

„Es ist derzeit an allen Ecken knapp!“

Südkorea gilt als Vorzeigebeispiel, wenn es um die rasche Eindämmung des Coronavirus geht. Ein Schlüssel dazu war das breite Testen: In Südkorea wurden pro einer Million Einwohner 5200 Tests durchgeführt, damit sind sie weltweit Spitzenreiter. In Österreich sind wir bei ungefähr 1500 pro Million. Wie Südkorea es geschafft hat, so intensiv zu testen, und warum das bei uns derzeit nicht geht - das erklärt der Virologe Dr. Christoph Steininger vom Wiener AKH im Gespräch mit „Krone“-Journalistin Damita Pressl.

„Es ist derzeit an allen Ecken knapp“, stellt Steininger klar. Es sei jedenfalls wichtig für die Eindämmung des Ausbruchs, dass man einen möglichst guten Überblick über die Infizierten habe. Denn die können das Virus weitergeben, und eine konsequente Abklärung jedes Verdachtsfalls ermögliche eine langsamere Ausbreitung. In Österreich fehle es allerdings sowohl an Reagenzien in ausreichender Menge, an Abstrichen, an Schutzmaterialien wie Masken sowie an Personal.

Es gebe bei den Firmen, die diese Materialien produzieren, derzeit Lieferengpässe, und davon sei Österreich abhängig. Denn: Während in Südkorea die erforderlichen Materialien vor Ort produziert werden, was eine rasche Testung erlaubt, sieht dies bei uns ganz anders aus: „Das Material kommt ausschließlich aus dem Ausland“, so Steininger.

„Es wird aber jeden Tag daran gearbeitet, dass die Kapazitäten deutlich gesteigert werden“, macht Steininger Hoffnung. So wurde etwa im AKH in Wien ein neues Gerät aufgestellt, das schneller mehr Proben testen kann. Das Virus kann der Test allerdings immer erst ab ein bis zwei Tage vor Auftreten der Symptome erkennen - erst dann lässt sich die Infektion beweisen. Die Tests weisen die Erbsubstanz der Viren nach; diese wird zunächst im Reagenzglas vermehrt, bis man sie sichtbar machen kann. Funktioniert das, so ist klar, dass in der Probe das Virus enthalten ist.

Damita Pressl
Damita Pressl
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