10.03.2020 10:59 |

Fall Epstein

Prinz Andrew verweigert Zusammenarbeit

Prinz Andrew verweigert nach Angaben der Ermittler die Zusammenarbeit zur Aufklärung des Missbrauchsskandals um den US-Millionär Jeffrey Epstein. Trotz seiner Zusagen, bei den Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI zu helfen, habe der 60-jährige Prinz „die Tür zu einer freiwilligen Zusammenarbeit komplett zugeschlagen“, sagte der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman am Montag.

Er hatte dem zweitältesten Sohn der Queen bereits im Jänner „null Kooperation“ vorgeworfen. Berman sagte, sein Büro prüfe nun „seine Optionen für das weitere Vorgehen“. Welche Maßnahmen er ergreifen könnte, ließ er offen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ist für ihre unerschrockenen bis aggressiven Ermittlungen bekannt.

Pinochet-Anwältin engagiert
Am Wochenende wurde bekannt, dass Prinz Andrew ein Team aus Top-Anwälten engagiert hat. Dazu gehöre die führende britische Expertin im Auslieferungsrecht, Clare Montgomery, die unter anderem Chiles Ex-Diktator General Augusto Pinochet vertreten hat. Montgomery arbeite in Andrews Fall zusammen mit dem Anwalt Gary Bloxsome, der britische Truppen gegen Vorwürfe von Kriegsverbrechen verteidigt habe, hieß es.

Frauen zu Prostitution gezwungen
Epstein soll über Jahre hinweg minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben; wenige Wochen nach seiner Festnahme wurde der 66-Jährige im vergangenen August in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden - nach Angaben der Gerichtsmedizin beging er Suizid.

Prinz Andrew, der mit dem Multimillionär befreundet war, wird vorgeworfen, 2001 Sex mit einer damals 17-Jährigen gehabt zu haben, die von Epstein dazu gezwungen worden sein soll. Er bestreitet die Vorwürfe und sagte im vergangenen Jahr öffentlich seine Kooperation mit den Ermittlern zu.

Ämter niedergelegt
Nach heftiger Kritik an einem BBC-Interview im vergangenen November, in dem der Prinz seine Freundschaft mit Epstein verteidigte und keinerlei Mitgefühl mit den Opfern zeigte, legte Andrew alle öffentlichen Ämter als Royal nieder. Die Ermittlungen zu dem Missbrauchsskandal laufen auch nach Epsteins Tod weiter. Dabei geht es um die Frage möglicher Gehilfen des Multimillionärs.

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