09.03.2020 18:00 |

Nach Feuerkatastrophe

Steirische Schenkung für Museum in Brasilien

Vor knapp zwei Jahren ist das brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro bei einem verheerenden Feuer völlig abgebrannt. Als weltweit erste Schenkung für den Wiederaufbau überlassen Land Steiermark und Universalmuseum Joanneum dem Haus die Sammlung Lukesch mit 197 Objekten indigener Kunst.

„In der Nacht auf 3. Oktober 2018 ging der Großteil unserer Geschichte verloren“, sagt Alexander Keller, der das Nationalmuseum in Rio de Janeiro leitet. Beinahe zwanzig Millionen Exponate fielen den Flammen zum Opfer. Das Museum, das 1818 auch auf Initiative von Leopoldine von Habsburg gegründet wurde, und die Sammlung müssen nun von Grund auf neu gedacht und errichtet werden.

Sammlung Lukesch
Dabei ist man nicht zuletzt auf Schenkungen angewiesen, und als weltweit erste haben nun Land Steiermark und Universalmuseum Joanneum eine solche in die Wege geleitet. Man überlässt den Brasilianern die sogenannte Sammlung Lukesch. Es handelt sich um insgesamt 197 Objekte, die der steirische Priester Anton Lukesch (1912-2003) in seiner Zeit als Missionar in der Region gesammelt hat: Von Federnschmuck und Waffen über Keramik bis zu Kultobjekten der indigenen Völker der Amazonasregion. 1982 hatte er die Sammlung an das Land verkauft, um mit dem Erlös in Brasilien Entwicklungshilfe zu leisten.

Rückkehr der Kunst in die Region aus der sie kommt
„Es ist sowohl aus ethischer als auch aus wissenschaftlicher Sicht die richtige Entscheidung, dass die Kulturgüter aus dieser Region wieder in diese Region zurückkehren“, erklärt Kulturlandesrat Christopher Drexler die Schenkung, die UMJ-Chef Muchitsch ins Laufen gebracht hat: „Es ist ein wichtiger Schritt im Umgang mit Werken aus kolonialem Kontext und ein Zeichen, dass wir dem brasilianische Nationalmuseum beim Wiederaufbau helfen.“

Freudiger Tag für Brasilien
Von einem freudigen Tag spricht Jose Antonio Marcondes, brasilianischer Botschafter in Österreich: „Museen sind Orte, an denen man die Samen für die Zukunft sät“, sagt er. In Rio wird Graz von nun an Teil dieser Zukunft sein: Bereits in wenigen Wochen werden die Objekte dort gezeigt. Davor haben heimische Künstler mit ihnen noch eine Fotoserie geschaffen, die im Zuge von Graz 2020 zu sehen sein wird.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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