08.03.2020 06:01 |

139 Fälle im Jahr 2019

Zwangsheirat „darf es in Österreich nicht geben“

Verschleppt, verheiratet, verschwunden - der Verein Orient Express hilft Frauen in Österreich im Kampf gegen Gewalt in der Familie. Auch in Europa, mitten unter uns, werden Opfer mit Migrationshintergund im Alter zwischen 16 und 24 Jahren gegen ihren Willen in eine Ehe gezwungen. Allein im Vorjahr hatten es die Experten mit 139 Zwangsheirats-Fällen zu tun!

Seit 1996 berät die Institution in Wien-Leopoldstadt Frauen, die sich aus dem Würgegriff des eigenen Familienclans befreien und selbstbestimmt leben wollen. Denn Zwangsheirat ist auch heute noch in Europa, mitten in Österreich, ein großes Problem!

„So etwas darf es in Österreich nicht geben“
Die eigentlich gesetzlich verbotenen Zeremonien finden oftmals im Ausland statt - und die jungen Frauen sind nach der aufgezwungenen Ehe auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Anlässlich des Internationalen Frauentages besuchte die Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) den Verein Orient Express und tauschte sich mit den Mitarbeitern aus.

„Gewalt gegen Frauen kann nie gerechtfertigt werden! Wir müssen alles tun, dass Mädchen und Frauen vor Zwangsheirat geschützt werden. So etwas darf es in Österreich nicht geben“, betont die Ministerin gegenüber der „Krone“.

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Gewalt gegen Frauen kann nie gerechtfertigt werden!

Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab

Vier Millionen Euro Budget
Die Anlaufstelle für Frauenberatung in der Bundeshauptstadt betreibt zudem ein Lernzentrum. Im Vorjahr hatte es das Expertenteam rund um Meltem Weiland, Najwa Duzdar, Katharina Maly und Cornelia Kröpfl mit 139 Zwangsheirats-Fällen zu tun.

Der Verein stellt auch Notwohnungen für Frauen zur Verfügung. „Das Budget zur Unterstützung gegen die Gewalt an Frauen wird verdoppelt“, verspricht Raab im Gespräch mit der „Krone“ vor Ort. Vier Millionen Euro insgesamt, zwei davon kommen aus dem Integrationsfonds dazu.

Matthias Lassnig, Kronen Zeitung

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