25.02.2020 08:53 |

Gegen Inselbewohner

Griechische Polizei setzt Tränengas bei Demos ein

Die griechische Polizei hat in der Nacht auf Dienstag Tränengas gegen Demonstranten auf den griechischen Inseln Lesbos und Chios eingesetzt, um Protestierende auseinander zu treiben, die sich gegen den Bau neuer Flüchtlingslager sperren. Die Inselbewohner fordern, dass die bestehenden Lager geschlossen und keine neuen mehr gebaut werden. Alle Migranten sollten nach ihrer Registrierung zum Festland gebracht werden. 

Zu den schwersten Zwischenfällen kam es im kleinen Hafen von Mesta auf Chios. Dort versuchten aufgebrachte Einwohner den Hafen zu blockieren, weil eine Fähre in der Nacht schweres Gerät für den Bau eines neuen Lagers anlieferte, berichtete das Staatsradio ERT. Die Polizei setzte dort massiv Tränengas gegen die demonstrierenden Bewohner ein. 

Regierung wegen Bau der Lager fest entschlossen
„Wir werden die neuen Lager bauen. Das wird gut für das Land und die Einwohner der Inseln sein“, sagte der Regierungssprecher Stelios Petsas im Rundfunk am Dienstagmorgen. In und um die bestehenden Registrierlager dieser Inseln warten mehr als 42.000 Menschen auf einen Platz in einem Flüchtlingslager. Die Aufnahmekapazität reicht derzeit nur für etwa 8000 Menschen aus.

Inselbewohner wollen alle legalen Mittel ausschöpfen
Der Bürgermeister der Hauptortschaft der Insel Samos, Giorgos Stantzos, hatte am Montag schon gegenüber der Deutschen Presse-Agentur angekündigt: „Wir werden mit allen legalen Mitteln die Öffnung neuer Lager verhindern.“ Schon seit Beginn des Jahres hatte es landesweit immer wieder heftige Proteste gegen den Bau neuer Flüchtlingslager auf den griechischen Ägäisinseln gegeben. 

Menschenrechtsorganisationen wie ProAsyl hatten die Lager in der Vergangenheit bereits als „Abgründe europäischer Flüchtlingspolitik“. Besonders das Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos, in dem etwa 20.000 Schutzsuchende leben, war immer wieder wegen der dort vorherrschenden Zustände in die Kritik geraten.

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