Überfüllungsalarm:

Tierheim-Chef: „Wir sind bei den Hunden am Limit“

Herzlos angebunden oder einfach ausgesetzt: Vier Hunde teilten sich alleine in der vergangenen Woche rund um St. Pölten ein trauriges Schicksal. Sie erholen sich mittlerweile im Tierheim der Landeshauptstadt, stellen das Team dort vor akute Platzprobleme. Mit 39 Hunden ist nämlich das oberste Limit nun erreicht.

Mehrere Stunden lang war Boxermischling Tasso beim Bahnhof Tulln mit einer Leine an einem Pfeiler angebunden. Videoaufnahmen zeigen, wie eine Frau den abgemagerten Hund dort festband und dann einfach verschwand. Ein ähnliches Schicksal ereilte einen Rüden, der mit einer Schnur beim Bahnübergang nahe Sitzenberg-Reidling im Bezirk Tulln angebunden wurde. Dazu kommen noch zwei aufgefundene und vermutlich zuvor ausgesetzte Hunde in Atzenbrugg sowie in Pöchlarn im Bezirk Melk.

Das Quartett wird nun im St. Pöltner Tierheim aufgepäppelt. „Wir platzen mit 39 Hunden aber jetzt aus allen Nähten“, schlägt Tierheimleiter Davor Stojanovic Alarm, der sich über die Serie an ausgesetzten Tiere ärgert: „Das ist kein Kavaliersdelikt. Ich hoffe, die Besitzer werden zur Rechenschaft gezogen.“ Doch diese auszuforschen ist äußerst schwierig, die Nachverfolgung der Daten aus dem Chip läuft meistens ins Leere - oder wie im Fall von „Tasso“ ins Ausland. „Er ist in einer deutschen Datenbank registriert, aber die geben uns aus Datenschutzgründen keine Auskunft“, versteht Stojanovic diese Vorgehensweise nicht. Er hat den Fall daher der Polizei übergeben.

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Schwierige Vermittlung von Straßenhunden
Dass das St. Pöltner Tierheim überfüllt ist, liegt nicht nur an den ausgesetzten Tieren, sondern vor allem an den 2019 beschlagnahmten Straßenhunde aus Rumänien. „13 von 29 Tieren konnten wir bereits vermitteln. Das ist aber schwierig, weil solche Hunde eine ganz eigene Dynamik haben“, berichtet Stojanovic. Zudem gibt es kaum Interessenten für die 13 Listenhunde im Tierheim. „Wir wollen unsere Hunde nicht um jeden Preis hergeben, es müssen schon gute Plätze sein“, betont Stojanovic.

Thomas Werth, Kronen Zeitung

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