14.07.2010 16:25 |

Neuer Therapieansatz

Gift Arsen tötet bösartige Krebszellen

Das Gift Arsen ist den meisten Menschen aus Krimis bekannt. Doch die Substanz attackiert auch bösartige Krebszellen. Bisher wurde dieser Effekt genutzt, um eine bestimmte Form von Leukämie zu behandeln. Jetzt hat eine Studie an der Universität Stanford gezeigt, dass Arsen auch andere Krebsformen angreift.

Bereits seit rund zehn Jahren setzen Ärzte das Gift in abgewandelter Form als Arsentrioxid gegen eine bestimmte Art des Blutkrebses Leukämie ein. Jetzt hat das Team um Studienleiter Philip Beachy an der amerikanischen Universität Stanford eine neue Wirkungsweise des tödlichen Giftes entdeckt. Arsen verlangsamte die Ausbreitung der Krebszellen und kann in der richtigen Dosierung deren Wachstum sogar komplett stoppen.

Arsen unterbricht die Signalübertragung
Über den Hedgehog-Signalweg reagieren die Zellen auf äußere Signale. Dabei nimmt die Zelle sowohl Signale von gesunden Zellen als auch von Krebszellen an. Arsen wirkt bei jenen Krebserkrankungen, für die eine Störung dieses Signalweges verantwortlich ist. Das Gift unterbricht die Signalübertragung zwischen Krebszellen und anderen Zellen und verhindert dadurch eine weitere Ausbreitung.

Der Biologe Beachy forscht mit seinem Team schon seit Jahren an der Wirkung von Arsen. "An Krebsmitteln, die den Hedgehog-Signalweg unterbrechen, arbeiten viele Wissenschaftler. Allerdings greifen diese Mittel eine Stelle des Signalweges an, die mutieren und somit resistent gegen die Therapie werden kann. Arsen greift allerdings an einer anderen Stelle an", so der Studienleiter.

Versuche an Mäusen bereits erfolgreich
Die Forscher untersuchten den Effekt an Zellen von Mäusen und Menschen, die an einem Gehirntumor namens Medulloblastom leiden. Bei dieser Krebsart, die vor allem bei Kleinkindern vorkommt, ist der Hedgehog-Signalweg hyperaktiv, genau wie bei Tumoren in Haut, Blut, oder Muskeln. Arsentrioxid kann in der richtigen Dosierung den Signalweg an dessen Ende blockieren und so eine Mutation verhindern.

Diesen Effekt prüften die Wissenschaftler dann auch an Mäusen mit derartigen Gehirntumoren. Arsen konnte die Ausbreitung des Krebses deutlich verlangsamen und sogar zum Stillstand bringen. Nun soll getestet werden, wie Arsentrioxid in Kombination mit anderen Chemotherapie-Medikamenten wirkt.

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