17.02.2020 11:35 |

Importe in die EU

NGO warnt vor pestizidbelasteten Lebensmitteln

Ein Bericht der NGO Corporate Europe Observatory (CEO) warnt vor einer möglichen Aufweichung der EU-Pestizidvorschriften, indem auf Druck der chemischen Industrie und von Drittstaaten wie den USA die Einfuhr derartig belasteter Lebensmittel in die EU erleichtert werden könnte. Der Vorstoß von Lobbys und Importländern soll zudem von Österreich und weiteren EU-Staaten Unterstützung erfahren haben.

Der am Montag publizierte Bericht „Toxic residues through the back door“ berichtet, dass es darum geht, Produkte mit Rückständen krebserregender oder endokriner Disruptoren von Pestiziden einzuführen, obwohl diese in der EU aufgrund von gesundheitsbezogenen „Cut-off“-Kriterien verboten sind. Die NGO mit Sitz in Brüssel beruft sich dabei auf Dokumente, die sie von der EU-Kommission im Rahmen der Gesetze zur Informationsfreiheit erhalten habe. Es geht dabei sowohl um importierte Lebensmittel wie auch um Futtermittel für die Landwirtschaft.

Österreich bei Unterstützern?
Die österreichische Umweltorganisation Global 2000 hob in ihrer Reaktion auf den CEO-Bericht hervor, dass darin auch aufzeigt werde, dass Österreich unter der damals zuständigen Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) den Vorstoß der Pestizidindustrie unterstützt hatte. Auch die sechs weiteren EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Polen, Portugal, Litauen, die Niederlande und das Ex-Mitglied Großbritannien hätten dies getan.

„Unfaire Doppelmoral“
Zentrum dieser Aufweichung sind die gesundheitsbezogenen „Cut-off“-Kriterien der EU-Pestizidverordnung (EG) Nr. 1107/2009. Sie schließt Chemikalien mit mutagenen, hormonschädigenden, fortpflanzungsgefährdenden oder krebserregenden Eigenschaften von der Zulassung als Pestizide aus. „Wenn bestätigt wird, dass der neue Vorschlag Rückstände gefährlicher Pestizide bei Importen zulässt, würde dies gegen die EU-Gesundheitsschutzziele verstoßen. Es würde auch dazu führen, dass europäische Landwirte mit unfairer Doppelmoral konfrontiert werden“, hieß es.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).