12.07.2010 22:49 |

Zwei Todesopfer

Tornado und heftige Sommergewitter in Deutschland

Ein gewaltiges Sommergewitter hat in Nordwestdeutschland zwei Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche Personen wurden verletzt, die Sachschäden gehen in die Millionen. Das Sturmtief "Norina" wütete vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, vor Helgoland sorgte ein Tornado (Bild) für Aufregung.

Im südwestlichen Niedersachsen kam am Tierpark der Stadt Nordhorn eine Frau ums Leben. Eine große Pappel knickte um und stürzte auf ein Haus. Dort hatte die 47-Jährige auf einer Radtour mit ihrem Hund Schutz vor dem Sturm gesucht. In Köln starb eine 54-jährige Rollerfahrerin, die sich in einer Unterführung untergestellt hatte und dort von einem Lastwagen erfasst wurde.

Tornado verwüstet Campingplatz
Am Montagnachmittag tobte ein Tornado über die Helgoländer Düne, eine dem Hauptfelsen vorgelagerte Badeinsel. Elf Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt, vor allem von umherfliegenden Strandkörben. Der Campingplatz wurde fast völlig verwüstet. Auf dem kleinen Flugplatz kippte eine Propellermaschine um.

Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter Schäden von etwa einer Million Euro an. Sturmböen mit bis zu 110 km/h rissen nach Angaben der Wasserschutzpolizei einen 157 Meter langen und 17 Meter breiten Schiffsneubau los. Der Frachter stellte sich im Hafen quer und krachte gegen die Werftanlage. Dadurch sprang ein Kran aus den Schienen, stürzte um und fiel auf das Schiff und zwei Dächer. In der Ortschaft Utgast stürzte ein Bauernhaus komplett ein. Von den ostfriesischen Inseln war Baltrum am schlimmsten betroffen. Der Orkan schlug dort eine regelrechte Schneise.

Bahnverkehr beeinträchtigt, Straßen blockiert
Auch die Bahn war von den Unwettern am Montagnachmittag betroffen. Die Strecke von Rheine nach Emden wurde ebenso gesperrt wie die Bahnstrecke von Oldenburg nach Osnabrück. Zahlreiche Bäume waren in die Oberleitungen gestürzt. Wegen eines Defekts in einem Stellwerk war der Zugverkehr zwischen Hamburg und Sylt rund acht Stunden unterbrochen. Betroffen waren allein dort rund 2.000 Reisende.

Viele Straßen im westlichen Niedersachsen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert. Zum Teil fielen Strom, Telefon und Internetzugang aus. Von einer Brückenbaustelle an der Autobahn 30 löste sich die Bauverschalung. Einige Eisenstangen schlugen durch die Frontscheibe eines Autos.

In Nordrhein-Westfalen kam der Bahnverkehr auf wichtigen Strecken fast vollständig zum Erliegen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Bahnsprecher in Düsseldorf berichtete von "massiven Störungen" wegen Blitzeinschlägen und Bäumen auf der Strecke.

In zahlreichen Ortschaften an Rhein und Ruhr flogen Dachziegel durch die Luft, Bäume knickten um, Starkregen setzte Straßen unter Wasser. Allein in Aachen wurden acht Menschen leicht verletzt. In Mönchengladbach wurde eine Schulklasse während eines Ausflugs in einem Park von dem Unwetter überrascht. Vier Kinder wurden von herabfallenden Ästen leicht verletzt. Auch in Baden-Württemberg kam es zu heftigen Gewittern. In Waldkirch in Südbaden wurde die längste Röhrenrutschbahn Europas von umstürzenden Bäumen zerstört.

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