08.02.2020 16:53 |

Italiens zornige Diva

Gina Lollobrigida (92) droht mit dem Auswandern

Die italienische Starschauspielerin Gina Lollobrigida (92) droht mit der Auswanderung aus Italien. In einem Schreiben an Giovanni Grasso, Medienberater des italienischen Staatschefs Sergio Mattarella, bat die Diva, den Präsidenten über die schwere Ungerechtigkeit zu informieren, die sie erleiden müsse. Sie werde als unzurechnungsfähig behandelt, obwohl sie es nicht sei, hieß es in dem Schreiben.

Wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichtete, sei Lollobrigida wegen des Beschlusses ihres Vermögensverwalters empört, das Eigentum in ihrer Villa in der Via Appia Antica in Rom bewerten zu lassen. Der Vermögensverwalter war vor einem Jahr von einem Gericht ernannt worden. Laut einem psychiatrischen Gutachten sei Lollobrigida zurechnungsfähig, wegen ihrer narzissistischen, obsessiv-kompulsiven Persönlichkeit sei ihre Fähigkeit, mit der Realität umzugehen, jedoch geschwächt.

Diva will Tore ihrer Villa nicht öffnen
Lollobrigida erklärte, sie werde es keinem Gerichtsvertreter erlauben, ihr Eigentum zu schätzen. Sie werde niemandem die Tore ihrer Villa öffnen, auch wenn der Vermögensverwalter in diesem Fall die Polizei rufen könnte. Die Diva protestierte, dass sie wie eine Kriminelle behandelt werde, und drohte mit einer Abwanderung aus Italien, das Land, das sie in ihrer 70-jährigen Tätigkeit als Schauspielerin, Künstlerin und Fotografin stets repräsentiert habe.

Lollobrigida protestierte auch, dass der Vermögensverwalter ohne ihre Zustimmung den Anwalt ersetzt habe, der sie beim Prozess gegen ihren Ex-Manager Andrea Piazzolla vertrete. Von 2013 bis 2018 soll Andrea Piazzola der Diva einen Teil ihres Vermögens gestohlen haben. Unter anderem soll er 2015 dank des Vertrauens der Schauspielerin eine Wohnung und zwei kleine Hotels unweit der Spanischen Treppe in Rom verkauft haben. Das Geld soll er eingesteckt haben.

Unter anderem entdeckten die ermittelnden Staatsanwälte, dass Piazzola sich mit dem Geld Luxusautos, darunter einen Ferrari, gekauft habe. Der angeklagte Römer, der anfangs als Chauffeur der Diva angeheuert worden war, sei zum Verwalter ihres Vermögens geworden. Der Mann soll schrittweise Lollobrigidas Vertrauen gewonnen haben. Er habe freien Zugang zu ihren Bankkonten gehabt und soll Schmuck und Wohnungen im Wert von sieben Millionen Euro verkauft haben. Daraufhin habe er 15 Verträge für den Kauf oder Leasing von Autos und Luxusmotorrädern abgeschlossen.

Sohn wollte Lollobrigida unter Vormundschaft stellen
Lollobrigidas Sohn Milko Skofic hatte eine Klage gegen Piazzola eingereicht. Der Sohn hatte bereits 2014 versucht, die Diva unter Vormundschaft zu stellen, scheiterte jedoch vor einem Gericht in Rom. Seine Mutter sei von jüngeren Männern umringt, die auf eine Erbschaft abzielen, sagte Skofic nach Angaben italienischer Medien. Der Sohn erklärte, dass er die Schauspielerin („Fanfan, der Husar“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Fremde Bettgesellen“ und „Buona Sera, Mrs. Campbell“) zwei Jahre lang nicht getroffen habe.

Obwohl der letzte ihrer mehr als 60 Filme bereits 20 Jahre zurückliegt, gilt Gina Lollobrigida als Symbol des italienischen Films. Sie war in den 1950er- und 60er-Jahren einer der beliebtesten Filmstars. Mit Sofia Loren gehört sie zu den wenigen italienischen Stars, die auch in Hollywood Karriere machten und in den USA bekannt sind. Nach der Schauspielerei startete sie in den 1980er-Jahren eine Karriere als Fotografin und Bildhauerin.

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