"Krone"-Exklusiv

Was den Steirern vor der Wahl unter den Nägeln brennt

Steiermark
10.07.2010 12:49
Natürlich geht's in Wahl-Umfragen hauptsächlich darum: Wie liegt die jeweilige Partei im Rennen. Das hat das renommierte Linzer IMAS-Institut - bei den letzten Wahlen übrigens immer sehr treffsicher in der Prognose - jetzt im Auftrag der "Steirerkrone" eruiert. Die Meinungsforscher sagen ein ganz enges Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Aber es gibt auch andere Stimmungen in der Bevölkerung zu ergründen. Hier der brandaktuelle IMAS-Befund.

Der Bau (oder Nichtbau) des Koralmtunnels bewegt die Menschen im Land offensichtlich noch immer. Das wichtigste Infrastrukturprojekt war ja von SPÖ-Verkehrsministerin Doris Bures durch eine neuerliche Evaluierung kurz in Frage gestellt worden - obwohl schon mehr als 1,2 Milliarden Euro in die Röhre investiert wurden, der so genannte "point of no return" längst erreicht ist. Eine klare Mehrheit der Steirer jedenfalls finden das Projekt sehr (33 Prozent) oder eher (36 Prozent) wichtig; macht zusammen immerhin 69 Prozent.

Lediglich 14 Prozent finden den Verbindungs-Tunnel zwischen der Steiermark und Kärnten "eher unwichtig", und lediglich fünf Prozent der Steirer sind der Meinung, das Projekt sei "überhaupt nicht wichtig."

Einigermaßen überraschend dann die Meinung der Menschen im Land zur Abschaffung der Bezirkshauptmannschaften. Hatte es anfangs einen Sturm der Entrüstung gegeben, dass die 16 Berzirkshauptmannschaften durch nur noch sieben Verwaltungseinrichtungen ersetzt werden sollten, ist mittlerweile das Thema nicht mehr ganz so heiß. 43 Prozent finden es aus Ersparnisgründen sogar gut, wenn neue Einrichtungen kommen, nur noch 40 Prozent dagegen finden das Vorgehen "nicht gut". Und 17 Prozent der Befragten war es überhaupt, wie's auf gut Steirisch so schön heißt, wurscht.

Weniger Mandatare: 79 Prozent dafür!
Die Politiker selbst haben offensichtlich keine sehr hohe (positive) Verankerung in der steirischen Bevölkerung. Der Vorschlag, die Zahl der Landtagsabgeordneten von 56 auf 36 und die Zahl der Mitglieder der Landesregierung (von neun auf dann sechs) zu reduzieren, fand unter den Befragten eine überwältigende Mehrheit von 79 Prozent! Nur 16 Prozent glauben, die Abgeordneten und Regierer-Kopfzahl sollte so bleiben wie bisher. Wobei Frauen den personellen Schnitt radikaler (mit 84 Prozent) gutheißen als Männer (75 Prozent).

Hände weg von Krankenhäusern
Keinen Spaß verstehen die Steirer dann beim Thema Spital. Da hatte ja Finanz-Staatssekretär Andreas Schieder vor wenigen Wochen den Vorschlag gemacht, Klein-Krankenhäuser unter 300 Betten aus Kostengründen zu schließen. 23 solcher Spitäler wären in der Steiermark betroffen gewesen, ein Sturm der Entrüstung fegte durch das Land. Jetzt gibt's dazu auch das Meinungsbild von IMAS. 84 Prozent lehnen den Vorschlag ab - ein massiver Wert! Nur neun Prozent würden diesem Sparvorschlag zustimmen.

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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