30.01.2020 07:00 |

SPÖ-Chef Anton Lang

„Ich möchte keine Kopie von Doskozil sein“

Am Montag wurde der Leobner Anton Lang mit 100 Prozent zum neuen Vorsitzenden der steirischen SPÖ gewählt. Ab heute wird der Vize-Landeshauptmann auch Funktionen in der Bundespartei übernehmen. Die „Krone“ traf den Politiker zum Gespräch in der Burg.

„Krone“: Wir sind hier in Ihrem neuen Arbeitszimmer in der Grazer Burg. Vize-LH Michael Schickhofer ist in einem anderen Büro gesessen. War Ihnen diese Abgrenzung wichtig?
Anton Lang: Nein, die Veränderung hat keinen Symbolcharakter, nur praktische Gründe: Ich wollte die engsten Mitarbeiter in meiner Nähe haben - sie sitzen im Büro nebenan. Einzelne Elemente meines Büros sollen aber meinen Bezug zu meiner Heimatstadt Leoben widerspiegeln. So hängt jetzt etwa ein Bild eines Donawitzer Stahlarbeiters an der Wand.

Stichwort Schickhofer: Er hat Sie 2016 in sein Regierungsteam geholt. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?
Ja freilich. Wenn es notwendig ist, tauschen wir uns aus. Es gibt nichts, was uns entzweit hätte.

Ihr Vorgänger hat auf seine Funktionen in der Bundes-SPÖ verzichtet. Werden Sie die Landespartei wieder in Wien vertreten?
Am Donnerstag werde ich in das Bundesparteipräsidium und in den Vorstand kooptiert; das heißt, ich werde auf jeden Fall unsere Positionen vertreten. Aber nur intern in den Gremien - und nicht in den Medien.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Parteichefin Pamela Rendi-Wagner bezeichnen?
Diese Frage ist schwierig zu beantworten - wir kennen uns nämlich noch nicht so lange. Ich hatte Mitte Jänner ein Antrittsgespräch bei ihr und bin danach mit einem positiven Eindruck in die Steiermark zurückgefahren. Wir haben aber auch schon mehrfach telefoniert.

Hat Frau Rendi-Wagner Ihnen am Montag zur Wahl zum Parteichef gratuliert?
Ja, sie hat mir am Telefon und per E-Mail gratuliert.

Hans Peter Doskozil hat vorgezeigt, wie auch die SPÖ noch Wahlen gewinnen kann. Ist der burgenländische Landeshauptmann ein Vorbild für Sie?
Ich möchte keine Kopie von Doskozil sein! Ich glaube aber, dass sein pragmatischer Zugang zu sozialdemokratischer Politik auch mein Zugang ist. Ich glaube aber auch, dass man nicht auf Konfrontation mit der Bundespartei gehen muss, um Wahlen zu gewinnen.

„Am Fußballplatz erfährt man mehr als aus Umfragen“ - so haben Sie diesen neuen Zugang kürzlich erklärt . . .
Der Kontakt mit der Bevölkerung ist das Um und Auf! Ich komme ja aus der Kommunalpolitik, war fast dreißig Jahre im Gemeinderat. Du darfst die Sorgen der Menschen nicht ignorieren, sonst wirst du nicht mehr auf der Straße gegrüßt.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Koalitionspartnerin ÖVP? Gilt der Handschlag?
Natürlich. Ich war auch schon dreieinhalb Jahre zuvor Regierungskoordinator - und die Zusammenarbeit war immer sehr gut.

Glauben Sie, dass Sie in dieser Regierungsperiode auch einem anderen ÖVP-Chef als Hermann Schützenhöfer gegenübersitzen werden?
Das glaube ich nicht. Wenn wir beide gesund bleiben, wollen Hermann und ich diese Regierungsperiode gemeinsam zu Ende dienen. Das haben wir gesagt.

Werden Sie als SPÖ-Spitzenkandidat in die nächste Landtagswahl gehen?
Es ist kein Geheimnis, dass ich 60 Jahre alt bin. Wenn ich gesund bin, mich die Gremien wollen und ich Zuspruch in der Bevölkerung verspüre, werde ich mir ein Antreten überlegen.

Stichwort Alter: Es gab interne Kritik an der fehlenden Erneuerung. Was entgegnen Sie den Kritikern?
Es gibt tolle junge Politiker wie Sebastian Kurz und erfolgreiche ältere wie der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser. Es gibt auch 30-Jährige, die keinen Halbmarathon laufen - der 60-Jährige läuft ihn aber unter zweieinhalb Stunden!

Es kursieren Gerüchte über eine Umbildung Ihres Regierungsteams . . .
Die Gerüchte entbehren jeder Grundlage.

Sie schließen also einen Wechsel in Ihrem Team aus?
Ich schließe in der Politik gar nichts aus.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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