28.01.2020 06:00 |

„Krone“-Interview

Experte: „So ein Virus taucht alle fünf Jahre auf“

Grippe, HIV oder Hepatitis: Der in Kalifornien lebende Österreicher Norbert Bischofberger hat sich als Forscher auf die Bekämpfung von Viren spezialisiert. Corona sei zwar eine ernsthafte Bedrohung, die Todesraten werde man aber mit entsprechender Vorsorge niedrig halten können.

Krone: Wie gefährlich ist das Coronavirus im Vergleich zu anderen Viren?
Norbert Bischofberger: Corona ist eines jener Viren, das normalerweise nur bei Tieren vorkommt, von Zeit zu Zeit aber auf Menschen übertragen wird. Verursacht wird dies durch eine genetische Mutation. Solche Viren tauchen alle fünf bis sieben Jahre auf und verschwinden dann genauso schnell wieder.

Arbeiten Forscher an Medikamenten bzw. Impfstoffen?
Die Biotech-Industrie hat bisher keinen Fokus auf Corona gelegt, aus zwei Gründen: erstens weil dieses Virus nur sporadisch auftritt, es gäbe also über lange Zeiträume keine Nachfrage für ein Medikament, und dann müssten plötzlich Riesenmengen produziert und vertrieben werden. Zweitens verlangt die Zulassung neuer Medikamente kontrollierte klinische Studien, die schwer durchführbar sind, wenn es über längere Zeiträume hinweg keine Patienten gibt.

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt rasant an. Wird man den Ausbruch stoppen können?
Ein viraler Ausbruch wie bei Corona ist natürlich eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit, aber solche Erreger, die sich von Tier auf Mensch übertragen, werden immer wieder auftreten. Auch der HIV-Erreger stammt ursprünglich von Affen. Da es derzeit keinen Wirkstoff gegen das Corona-Virus gibt, werden sich die Intensivstationen rüsten müssen. Bei guter medizinischer Vorsorge und Pflege denke ich aber, dass man die Todesraten niedrig halten kann.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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