23.01.2020 13:58 |

Osttirol

Wo Wintersportler die Natur und Wildtiere achten

Osttirol zählt nicht nur zu den schönsten Gebieten für Skitourengeher, sondern ist Vorreiter bei der Lenkung der Wintersportler - zum Schutz von Natur und Wild.

Überall dort, wo das Gelände im Winter intensiv durch Skibergsteiger genutzt wird, sind Konflikte mit Grundeigentümern und Weidmännern vorprogrammiert. Denn es kommt vor, dass Tourengeher mangels Parkplätzen ihre Autos ungefragt in Hofeinfahrten parken oder durch aufgeforstete Jungwälder abfahren.

Dass es aber so nicht sein muss, zeigt das Osttiroler Villgratental, das mit seinen herrlichen Bergen und der Schneesicherheit gerade im Winter Skitourengeher begeistert.

Touristiker, Grundeigentümer, einheimische Skitourengeher, der Alpenverein, Bergführer, Jäger und Förster haben sich deshalb zusammengetan, um Lösungen für ein gemeinsames Miteinander zu finden.

„Unser Ziel ist es, nicht durch Verbote, sondern durch Angebote Tourengeher zu lenken - und zwar am besten so, dass sie dies gar nicht merken“, erklärt Dr. Dieter Stöhr, der Experte vom Land Tirol.

Der promovierte Forstingenieur, Bergführer und Bergretter ist die treibende Kraft hinter dem hervorragenden tirolweiten Projekt „Bergwelt Tirol - miteinander erleben“.

Zuerst wurde untersucht, wo überall Skitourengeher im Villgratental unterwegs waren. „Vor allem im Winter können Skitourengeher oft unbewusst große Schäden in der Natur anrichten“, so Dieter Stöhr, wenn man etwa bei einer Wildfütterung vorbeifährt: „Diese zwar nur kurze Störung kann dazu führen, dass Wildtiere oft bis zu zwei Tage die Fütterungen meiden und im Nahbereich Schäden an den Bäumen anrichten.“

Für andere Wildarten, wie das hochalpin lebende Birkhuhn, kann eine Störung sogar tödlich enden. Stöhr: „Birkhühner fliegen schlecht. Sie gleiten bei Störungen talwärts und wandern danach zu Fuß wieder hinauf. Das verbraucht zu viel Energie und die Tiere verenden. Dabei zählt das Birkwild zu den geschützten Tierarten.“ Gemeinsam mit Jägern, Grundeigentümern und auf Basis wildökologischer Daten wurden Schutzzonen im Villgratental ausgewiesen.

Um Skitourengehern Alternativen zu bieten, wurden im Villgratental Parkplätze und sogar Skiabfahrten geschaffen. Und das Konzept geht auf. Bei den Parkplätzen wurden Übersichtstafeln aufgestellt, auf denen die Schutzzonen eingezeichnet sind. Bei vielen Einstiegsstellen finden sich zudem Tourenkarten, die kostenlos entnommen werden können.

Die Grundeigentümer, welche ihre Flächen dem Tourismus zur Verfügung stellen, werden vom Land entschädigt. Ein vorbildliches Projekt!

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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