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Für Tiere und Umwelt: Aus für Silvester-Feuerwerk?

Leiser, grüner, verträglicher: Silvester 2019 war ein Vorgeschmack auf die Jahreswechsel des neuen Jahrzehnts. Laser- oder Wassershows statt Feuerwerke, mehr Rücksicht auf das Klima und die Tiere. Ein Rückblick - und Ausblick. krone.tv über das Fest, dessen Zukunft und die Tiere.

Neujahr ohne Feuerwerk? Kaum vorstellbar. Einerseits Freude und Gewohnheit, andererseits Verletzte, Anzeigen und verängstigte Haustiere. Jährlich geben die Österreicher stolze zehn Millionen Euro dafür aus. Umwelt- und Tierschützer appellieren für das Aus des Silvester-Feuerwerks.

„Wir reden hier von eineinhalb Stunden“
Seit 1933 erzeugt und handelt die Firma Pinto mit Feuerwerkskörpern. Thomas Köchl führt den Familienbetrieb in der vierten Generation erfolgreich weiter. Bei der Debatte um ein Feuerwerksverbot ist er im Zwiespalt. „Das Problem für die Tierwelt verstehe ich. Aber wir reden hier von einmal im Jahr - und dann von einer bzw. eineinhalb Stunden.“ Was die Umwelt betrifft, erinnert sich Köchl an ein Gutachten eines italienischen Kollegen zu einer mehrtägigen Veranstaltung mit Flugshow und Feuerwerk. „Im Rahmen des Events wurde die Feinstaubbelastung gemessen. Dann fand man raus, 70 Prozent der Feinstaubbelastung war auf die An- und Abreise der Besucher zurükzuführen. Das Feuerwerk hat 1,5 Prozent ausgemacht.“

„Kein Fan von Böllern“
Für ihn geht es um verantwortungsvollen Umgang und Brauchtum. Bei Pinto, in der kleinen Gemeinde Aggsbach-Markt, wird jede Rakete händisch erstellt. Zwischen April und Oktober wird vorproduziert, dann an Großhändler geliefert. Der Chef zeigt die Werkstatt: klein aber fein. Seine Produktion besteht „fast rein aus Pappe und Papier“. Er benützt „ungebrannten Ton“ statt Beton oder einen Plastikverschluss als Stoppel für seine Raketenbox. „Ich bin überhaupt kein Fan von Böllern oder Krachern.“

Feuerwerk aus dem Ausland mangelhaft
Er zeigt auf einen seiner Warnhinweise: „Ein Kunde hat einmal eine Fontäne am Balkon gezündet und dann den Nachbarsbalkon oberhalb angeschwärzt. Dabei steht hinten alles, was man wissen muss.“ Feuerwerkskörper aus dem Ausland „sind meistens so billig, weil die Qualität eine mangelhafte ist“. Mit seinem ehemaligen Hund machte er Übungen. Bei Donner und Feuerwerk „gingen wir hinaus mit seinem Lieblingsspielzeug. Beim nächsten Mal kam er schon von allein.“ Seine jetzige Jack-Russel-Hündin schreckt sich „überhaupt nicht“.

Beruhigungsbombe
Wie verschieden die Tiere sein können, zeigt auch dieses Beispiel. Nadine Z. spaziert mit ihren zwei Pitbulls in Wien-Landstraße. Die dreijährige Bruni mit Beißkorb ist die Mama vom Franzl. Beide Vierbeiner reagieren komplett unterschiedlich auf die Ballerei. „Die Bruni braucht man nicht vorbereiten, sie ist sehr schmerzbefreit und lärmunempfindlich. Die findet das toll, Feuerwerk schauen.“ Franzl hingegen kriegt im Drei-Stunden-Takt neun Tabletten, ein richtige Beruhigungsbombe. „Sonst ist er arm.“ Er würde aus Angst Durchfall bekommen. „Die Jugendlichen haben vor ein paar Tagen schon angefangen zu schießen.“ Für sie auch fast ein Trauma. In einer öffentlichen Toilette hat ihr jemand einen Schweizer Kracher hineingeschmissen, die Folge: „Vier Tage Tinitus.“

„Es sollte halt jeder mit Hirn arbeiten“
Pünktlich um Mitternacht beginnt wie gewohnt das Spektakel. In aller Herrgottsfrüh machen sich die Kolonnen der MA 48 auf den Weg, um den Mist abzuholen und die Stadt wieder auf Hochglanz zu bringen. Wird es in Zukunft das Feuerwerk zu Neujahr noch geben? Werden die Raketen mit Laser-Projektionen ersetzt? Wir fragten Passanten nach ihrer Meinung.

„Es wird sich sicher in richtung Lichtspiele verändern, da verletzt sich niemand und ist vermutlich auch billiger.“, sagen die einen. Aber für die moisten gehört das Feuerwerk gehört irgendwie dazu „Es sollte halt jeder mit Hirn arbeiten.“

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr
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