27.12.2019 17:52 |

Auch zu Silvester

Lufthansa-Tochter streikt vorerst drei Tage lang

Im Tarifstreit mit der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo die Flugbegleiter der Tochter Germanwings zu einem dreitägigem Streik ab Montag aufgerufen. Der Aufruf gelte vom 30. Dezember 0 Uhr bis zum 1. Jänner 24 Uhr, teilte ein Sprecher der Gewerkschaft am Freitagabend mit. Zunächst beziehe sich der Streikaufruf nur auf Germanwings, eine Ausweitung der Streiks wurde nicht ausgeschlossen.

Die Schlichter hätten noch am Freitag nach einer Lösung in dem Tarifstreit gesucht, aber ohne Ergebnis, sagte der Ufo-Sprecher. Deshalb habe Ufo nun die Reißleine gezogen.

Ufo: „Gehen nicht gleich aufs Ganze“
Allerdings gehe die Gewerkschaft nicht gleich „aufs Ganze“, es gehe nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Passagiere zu schädigen. Vielmehr habe der Konzern noch die Möglichkeit, Tarifforderungen zu erfüllen. Wenn es jetzt aber kein Einlenken gebe, „dann werden wir während des Germanwings-Streiks sicherlich auch verkünden müssen, dass es bei den anderen Airlines Streiks gibt“. Diese würden dann massiver und länger werden. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des heftigen Konflikts der vergangenen Monate.

Bereits im November 200.000 Passagiere betroffen
In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Germanwings mit 30 Flugzeugen unterwegs
Die Tochter Germanwings ist laut Konzernangaben noch mit 30 Flugzeugen und 1400 Mitarbeitern - 800 von ihnen in der Kabine - für die Nachfolgemarke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Einen eigenen Markenauftritt gibt es nicht mehr. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, erklärte Ufo-Vizechef Daniel Flohr. Diese Perspektivlosigkeit zeige sich auch in den Tarifthemen am Verhandlungstisch.

229 von 795 Starts aus Deutschland gefährdet
Eurowings kündigte am Freitagabend an, einen Sonderflugplan zu erstellen, um die Auswirkungen auf die Fluggäste gering zu halten. Außerdem wies die Fluggesellschaft darauf hin, dass sie 140 Flugzeuge habe, von denen nur die 30 Germanwings-Maschinen von dem Streik betroffen seien. Nach Berechnungen des Fachportals austrianaviation.net soll Germanwings an den drei Streiktagen ein knappes Drittel des geplanten Eurowings-Flugprogramms absolvieren. Gefährdet sind demnach 229 von 795 Starts aus Deutschland.

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