23.12.2019 21:01 |

„Spaltet die Familie“

Wut über Großeltern-Tweet von „Fridays for Future“

Mit einem angeblich satirischen Tweet hat „Fridays for Future Germany“ am Tag vor Weihnachten für Aufregung gesorgt. Als sie nämlich twitterten, „Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei“, gingen die Wogen hoch. Den jungen Klimaaktivisten wurde unter anderem die „Spaltung der Familie“ vorgeworfen. Auch eine Entschuldigung ein paar Stunden später konnte viele nicht mehr besänftigen: „Zu spät, viel zu spät“ sei die Einsicht der Gruppe gekommen.

Kurz nach zehn Uhr am Vormittag wurde der verhängnisvolle Tweet abgesetzt. Hashtag weihnachtenundklimakrise. Eineinhalb Stunden später - nach zahlreicher Kritik - versuchte man bei „Fridays for Future Germany“, mit der Rechtfertigung „Was darf Satire?“ zu retten, was zu retten ist, doch dies heizte die Diskussion nur noch weiter an.

Wohl deshalb kam um 14.16 Uhr die Entschuldigung. Man wolle „die tolle Unterstützung unzähliger Großeltern“ nicht geringschätzen und wünsche „erholsame Tage nach diesem aufregenden Jahr“. In einem weiteren Beitrag bezeichnete man bei „FFF“ die Formulierung als „unglücklich und falsch“ - doch „die Frage bleibt“. Man habe sich auch mehrheitlich dagegen entschieden, den Tweet zu löschen, „da wir auch zu unseren Fehlern stehen“.

„Klimaradikalisierung in die Familien hineintragen“
Bei vielen kam weder die Satire-Ausrede noch die Entschuldigung gut an. Man würde mit Aussagen wie dem Ursprungs-Tweet „Klimaradikalisierung in die Familien hineintragen“, die erste Rechtfertigung sei zudem „peinlich“ gewesen. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli bat die Aktivisten, den Tweet zu löschen: „Er ist nicht gut. Nichts auf der Welt ist es wert, den Großeltern so viel Verachtung entgegenzubringen.“

„Grandparent for Future“ lachten über den Tweet
Doch es gab auch Unterstützung für die Klimaaktivisten - und viele, die die Wogen so kurz vor Weihnachten einfach besänftigen wollten. Vor allem einer fällt ins Auge - jener von „Grandparents for Future“, die ihren jüngeren Aktivistenkollegen zur Seite sprangen: „Immerhin haben die Kids auch nach diesem Klimakatastrophen-Jahr den Humor nicht verloren. Wir können über diesen Tweet lachen - andere hoffentlich auch. Großelterliche und gelassene Grüße.“

Auch die deutsche Ex-Grünen-Chefin Simone Peter sprach „Fridays for Future“ ihre Unterstützung aus: „Lasst euch nicht kirre machen, sondern kämpft weiter für eure Zukunft. Es ist auch die unserer Kinder.“

Anlass für den Tweet war übrigens der selbst kommunizierte Versuch, Sätze zu finden, die man sowohl zu Weihnachten als auch im Angesicht der Klimakrise sagen könne. Dieser Tweet wurde allerdings nur rund 300-mal kommentiert und mit 400 Likes versehen. Der umstrittene Großeltern-Tweet hingegen erreichte bis zum Abend mehr als 2600 Likes und wurde mehr als 3900-mal kommentiert.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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