06.12.2019 07:31 |

Heldenhafter Einsatz

Bub (14) rettet Kind kopfüber aus engem Schacht

Erinnern Sie sich noch an den chinesischen Akrobaten Yen aus „Ocean‘s Eleven“? Eine spektakuläre Rettungsaktion in China weckt jetzt Erinnerungen an den Verrenkungskünstler aus der Filmreihe mit George Clooney: Ein 14 Jahre alter Bub wird als Held gefeiert, weil er kopfüber ein dreijähriges Mädchen aus einem 30 Meter tiefen Schacht gerettet hat - der nur 30 Zentimeter Durchmesser hatte, weshalb kein Erwachsener als Befreier infrage kam.

Das kleine Mädchen war in der chinesischen Provinz Henan mit ihrem Vater unterwegs, als das Unfalldrama am 30. November seinen Lauf nahm. Die Dreijährige stürzte in einen 30 Meter tiefen Brunnenschacht und blieb auf halber Höhe in dem nur 30 Zentimeter schmalen Schacht stecken.

Damit nicht genug, steckte das in dem Schacht gefangene Kleinkind mit einer Hand über ihr und der anderen unter ihr fest, wodurch sich das Mädchen so gut wie nicht bewegen konnte. Die Retter ließen einen Schlauch zur besseren Sauerstoffzufuhr zu dem Kind hinunter, das aber dennoch nach einiger Zeit zunehmend an Atemnot litt. Der Vater der Dreijährigen habe laut Medien die Retter darum angefleht, selbst zu seiner Tochter in den Schacht heruntergelassen zu werden - was allerdings selbst für die auf heikle Einsätze trainierten Retter aufgrund des geringen Durchmessers des Bewässerungsbrunnens ein Ding der Unmöglichkeit war.

Sohn von Feuerwehrmann „klein, aber stark“
So wurde der Sohn eines der Helfer der freiwilligen Feuerwehr zum Helden des Dramas: Der 14-Jährige Minran wurde von seinem Vater für die schwierige Rettung vorgeschlagen, weil er „klein, aber stark“ sei, berichteten chinesische Medien. Die Behördenvertreter lehnten das Angebot zunächst ab, weil ihnen das Risiko für den Teenager einfach zu groß war. Doch als die Minuten gnadenlos vergingen und die Schreie des Mädchens immer leiser wurden, erklärten sich die Retter bereit, Minran eine kurze Grundausbildung zu geben, bevor sie ihn mit dem Kopf voran nach unten zu dem Kind schickten.

Insgesamt sechs Versuche und wiederholte Arbeiten, um Beton und Erde um den Brunnen herum aufzugraben, waren dann erforderlich, bevor Minran das Kind endlich erreichen und einen Rettungsgurt am Körper der Dreijährigen befestigen konnte. „Als ich das vierte Mal den Brunnen hinuntergelassen wurde, war ich direkt neben dem Mädchen, musste aber wieder hinauf, um meine Sauerstoffversorgung anzupassen“, erinnert sich der Jugendliche an die dramatischen Minuten. „Das Mädchen sagte: ,Großer Bruder, verlass mich nicht‘, und ich sagte ihr, sie solle mutig sein und ich würde für sie zurückkommen“, so Minran.

Das Mädchen wurde schließlich mittels Rettungsgurt aus dem Brunnen gezogen und in ein Krankenhaus eingeliefert. Dank des Heldenmuts des Teenagers befand sich die Kleine nicht in lebensbedrohlichem Zustand - sie sei bereits auf dem Weg der Besserung, hieß es.

Harald Dragan
Harald Dragan
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