29.11.2019 20:54 |

Strache und die Spesen

Jetzt belastet frühere Sekretärin den Ex-FPÖ-Chef

Knalleffekt in der Spesenaffäre rund um Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache: Eine langjährige Mitarbeiterin hat ausgesagt, dass sie private Ausgaben ihres früheren Chefs über die freiheitliche Partei abgerechnet hat. Die ehemalige Sekretärin belastet Strache damit massiv - dieser bestreitet weiterhin alle Vorwürfe.

Detailliert schildert die Frau, wie private Ausgaben von Heinz-Christian Strache der freiheitlichen Partei untergejubelt worden sein sollen. Das geht aus einem Protokoll hervor, das dem Nachrichtenmagazin „profil“ vorliegt. Strache habe dies so gerechtfertigt: „Er meint, dass er sich sowieso auch während des Urlaubs mit Funktionären und Parteimitgliedern zusammengesetzt hat.“

Straches Putzfrau von Partei bezahlt?
Die ehemalige Mitarbeiterin sagte auch aus, sie habe versucht, Rechnungen von Straches privater Putzfrau oder für Hundefutter von der Wiener Landesgruppe bezahlen zu lassen, indem man diese in berufliche Essenseinladungen umgewandelt habe. Dies sei bis zum Amtsantritt als Vizekanzler so gegangen. Damit seien sie von der Partei bezahlt worden, die nicht gewusst habe, dass hier falsche Rechnungen vorgelegt wurden.

Strache bestreitet Vorwürfe
Strache selbst dementiert die Vorwürfe. Es sei „vereinzelt“ vorgekommen, dass er sie oder einen seiner Sicherheitsmänner ersucht habe, private Erledigungen für ihn durchzuführen, „da ich auf Grund meines Einsatzes für die Partei rund um die Uhr oft keine Zeit dafür hatte“. In solchen Fällen hätten diese den Aufwand von ihm persönlich ersetzt bekommen. Jenen Ex-Mitarbeiter, der ihn (neben der früheren Sekretärin) in der Causa belastet, hält Strache für einen auf ihn angesetzten Spitzel.

„Clash of Clans“ mit FPÖ-Kreditkarte gezockt
Ein weiterer, fast schon komisch anmutender Nebenaspekt der Causa ist der Vorwurf, Strache habe die Parteikreditkarte für das App-Game „Clash of Clans“ verwendet. Strache sagte dazu in einer zehnseitigen Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft Wien, es habe sich dabei um ein Versehen gehandelt, berichtet der „Kurier“. Als die gegenständlichen In-App-Käufe auf der Kreditkarte erschienen sind, wurde Strache seitens der FPÖ damit konfrontiert. „Er teilte der Partei mit, dass es sich hierbei um einen versehentlichen In-App-Kauf handelte und beglich den offenen Betrag umgehend“, hieß es in der Stellungnahme.

Gernot Rumpold mischt wieder mit
Immer deutlicher werden unterdessen die Anzeichen, dass Heinz-Christian Strache mit einer eigenen Liste bei der Wien-Wahl 2020 antritt. Der Wiener Abgeordnete Karl Baron stärkt ihm den Rücken. Und es stellte sich heraus, dass auch Gernot Rumpold, Mann fürs Grobe aus Jörg Haiders „Buberlpartie“, wieder mitmischt. Der Kärntner gibt sich seit Neuestem nicht nur als Barons Sprecher aus, sondern ist für die Wiener FPÖ ein absolut rotes Tuch.

Kronen Zeitung/krone.at

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