21.11.2019 15:00 |

Klassenzimmer zu laut

Düstere Prognose: Jugend hört immer schlechter

Mit einer besorgniserregenden Studie über Kinder und Jugendliche lässt der Umweltdachverband aufhorchen: Laut Prognosen wird jeder dritte Heranwachsende im Alter von 50 Jahren ein Hörgerät brauchen. Bedroht ist die junge Generation sogar in den Bildungseinrichtungen - und zwar vom Kindergarten bis zu allen Unterrichtsstufen. Gefordert wird jetzt ein Lernen ohne Lärm.

„Der hohe Pegel wird für alle zu einer immer schlimmeren Belastung im Alltag. Da sie Hintergrundgeräusche hirnphysiologisch noch nicht ausblenden können, sind aber Kinder und Jugendliche besonders betroffen - auch in unseren Bildungseinrichtungen. Eine hohe Geräuschkulisse erschwert die Konzentration, erzeugt Stress, Gesundheitsprobleme für die Ohren und wirkt sich schädlich auf das Herz-Kreislauf- sowie das Hormonsystem aus“, schlägt Anna Streissler, Bildungsexpertin und Leiterin des Projekts „Lernen ohne Lärm“, jetzt Alarm.

Im Rahmen eines Aktionsplans, der am Donnerstag bei einem Symposium des Umweltdachverbandes in Wien präsentiert wird, haben die Gesundheitsexperten - unter ihnen der Ökomediziner Dr. Hans-Peter Hutter - 16 Bildungseinrichtungen in fünf Bundesländern besucht.

Lärm verursacht größeren Leistungsdruck
Besonders besorgniserregend: Lärm verursacht einen immer größeren Leidens- und Leistungsdruck. Jetzt sollen Lehrende und Lernende über Ursachen und Folgen von Lärm aufgeklärt werden, um Verbesserungen erzielen zu können. Die Palette reicht von Ruhe- und Konzentrationsübungen, neuen Kommunikationsregeln in der Klasse, der Reduzierung von lärmendem Möbelrücken, der klaren Trennung von Ruhe- und Bewegungszonen bis zum Bau von Schallabsorbern.

Streissler: „Ziel ist nicht, dass alle immer und überall ruhig sind, sondern dass es einen bewussten Wechsel zwischen ruhigeren und lauteren Zeiten und Orten gibt.“ Sie wirbt auch um mehr Verständnis dafür, wie gesund, angenehm und wichtig Ruhe ist, egal, ob jung oder alt ...

Mark Perry, Kronen Zeitung

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