20.11.2019 20:16 |

Geheimes Depot

FPÖ verteidigt Golddepot: „Krisensichere Rücklage“

Das geheime Goldbarren-Depot der Wiener FPÖ in einem Osttiroler Bauernhaus sorgt weiter für Wirbel. Die NEOS forderten am Mittwochnachmittag den Rücktritt von FP-Landeschef Dominik Nepp, die Freiheitlichen verteidigen das Gold als „krisensichere finanzielle Rücklage“. Die Optik ist jedenfalls alles andere als vorteilhaft für die ohnehin krisengeschüttelten Blauen.

Der Landesparteisekretär der FPÖ-Wien, Michael Stumpf, war am Mittwochnachmittag als erster Verteidiger des blauen Golddepots ausgerückt: „Gold gilt als das Krisen-Investment schlechthin. Gerade in unsicheren Zeiten verspricht es Stabilität und Sicherheit. Jeder vernünftige Finanzhaushalt führt auch regelmäßige Rücklagen durch - das gilt auch für Parteien“, ließ Stumpf via Aussendung wissen.

Es sei daher „nur richtig und wichtig“, einen Teil derartiger Finanzreserven auch in Edelmetalle wie Gold zu investieren. „Was daran ehrenrührig sein soll, ist nicht nachvollziehbar“, entgegnet Stumpf den Vorwürfen der NEOS.

NEOS fordern Nepp-Rücktritt
Deren Wiener Klubobmann Christoph Wiederkehr hatte sich zuvor „erschüttert über die jüngsten Enthüllungen“ gezeigt: „Wir haben schon im Sommer die Frage gestellt, warum sich ein FPÖ-Verein eine Pension in Osttirol gönnt. Offenbar spielt Dominik Nepp hier den Dagobert Duck und hat sich seinen Goldspeicher angelegt. Blöderweise halt vermutlich mit Steuergeld! Es ist ein weiteres Kapitel im Sündenbuch der FPÖ.“

Für Wiederkehr ist Nepps Rücktritt unausweichlich: „Der amtierende Vizebürgermeister der Stadt Wien war einer von vier Zugriffsberechtigten auf einen Tresor voller Goldbarren. Er war als Finanzreferent auch für das Spesenkonto und die Wohnbeihilfe für Heinz-Christian Strache verantwortlich. Es reicht. Nepp ist als Vizebürgermeister nicht tragbar - und auch ein Neustart der Wiener FPÖ mit ihm an der Spitze ist ein Hohn!“ Der NEOS-Klubchef forderte einmal mehr eine Änderung der Parteienfinanzierung in Wien sowie der Prüfmöglichkeiten für den Stadtrechnungshof.

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