„Pension reicht nicht“

Liftgebühren lassen Pensionistin verzweifeln

Nur sehr mühsam schleppt sich die Pensionistin Erika B. in ihre Wohnung im ersten Stock eines Mehrparteienhauses im niederösterreichischen Klosterneuburg bei Wien. Die bald zweifache Urgroßmutter kann sich aber seit dem Tod ihres Mannes die Liftgebühren nicht mehr leisten. Die Hausverwaltung will aktuell noch keinen Nachlass gewähren.

Als ihr Mann noch lebte, war die Welt für Erika B. in der Kierlinger Straße in Klosterneuburg noch rosig. Zwar saß ihr Gatte zeitweise im Rollstuhl, doch die Hausbesitzer halfen dem Ehepaar und bauten angeblich aufgrund der Krankheit des Mannes auch einen Lift in die Wohnhausanlage ein. Die Kosten wurden dann vom gemeinsamen Konto der Familie abgerechnet. Doch seit dem Tod des Ehemanns ist es mit dem Mitgefühl vorbei. Die Witwe musste aus Kostengründen auf die weitere Benützung des Aufzugs verzichten.

„Mit den Lift-Kosten würde ich 800 Euro Miete zahlen. Dafür reicht meine Pension nicht“, erklärt B. im „Krone“-Gespräch verzweifelt. Alle bisherigen Verhandlungen mit den Eigentümern scheiterten, jetzt wandte man sich an die Arbeiterkammer. Dort prüfen Juristen die weitere Vorgehensweise. Indes stellt die 78-Jährige ihre schweren Einkäufe weiter vor dem Lift ab und hofft auf Hilfe seitens der Nachbarn.

Josef Poyer, Kronen Zeitung

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