18.11.2019 09:15 |

Stadl-Predlitz

Lage im Katastrophengebiet spitzt sich weiter zu

Seit Sonntagabend ist die obersteirische Gemeinde Stadl-Predlitz Katastrophengebiet. In der Nacht auf Montag hat es wegen drohender Hangrutschungen und Überflutungen weitere Evakuierungen gegeben. Insgesamt rund 50 Personen mussten ihre Häuser verlassen. Betroffen waren Hänge im Gemeindeteil Predlitz sowie im Paalgraben nördlich von Stadl an der Mur. Einige der Evakuierten verbrachten die Nacht beim Arbeiter-Samariterbund. Montagfrüh hieß es: „Die Lage wird sich zuspitzen.“ Bei der Hochwasser führenden Mur gilt von Scheifling bis Zeltweg die rote Warnstufe. 

Stadl-Predlitz hat seit Tagen mit den Folgen mehrerer Italien-Tiefs zu kämpfen. Mitte vergangener Woche kam der Schnee, der einen großen Stromausfall mit sich brachte. Am Wochenende dann die heftigen Regenfälle, die zu Hangrutschungen, Straßensperren und Evakuierungen führten.

„Wir sind abgesperrt. Alle zu evakuierenden Personen können aufgenommen und versorgt werden“, meldete der Arbeiter-Samariterbund (ASB) Montagfrüh. Einige der Betroffenen verbrachten die Nacht im ASB-Seniorenheim in Stadl, sie wurden mit Hygieneartikel und Nahrung versorgt.  Viele kamen bei Verwandten und Freunden unter.

Große Einsatzbesprechung
Die Lage ist angespannt und soll sich laut ASB sogar zuspitzen. „Der Pallbach geht bereits über die Ufer.“ Um 10 Uhr gab es eine große Einsatzbesprechung, an der auch Landeshauptmann-Stellvertreter und Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer teilnahm. Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) machte sich am Vormittag im Unwettergebiet ein Bild von der Lage.

Sorge bereitete auch, dass die Mur im Oberen Murtal bei Scheifling bereits massiv Hochwasser führte. Ein Wohnhaus nahe der Mur wurde laut Schickhofer in Mitleidenschaft gezogen, sowohl Keller als auch Erdgeschoss sind überschwemmt. An der Baustelle der Verbindungsstraße Unzmarkt-Scheifling wird ein Erdwall aufgeschüttet, um die Straßenverbindung halten zu können und die Wassermassen, so gut es geht, fernhalten zu können. Auch die Stolzalpenstraße ist weiter gesperrt, die Aufräumarbeiten müssen bis Dienstag verlängert werden.

Bahnverkehr teilweise eingestellt
Zwischen Pöls und Unzmarkt wird der ÖBB-Betrieb wegen der Hochwasser führenden Mur zur Zeit eingleisig geführt. Die Steiermärkischen Landesbahnen teilten am Montag mit, dass auf ihrer Strecke zwischen Unzmarkt und Tamsweg in Salzburg kein Zugverkehr möglich ist. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird zwischen Unzmarkt und Einach eingerichtet, der aber nur die höher im Tal gelegenen Bushaltestellen anfahren kann.

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