16.11.2019 05:10 |

Wirrwarr: Vaterschaft

Falscher Papa am Amt, echter verweigert Alimente

Weil sich ihr Freund am Standesamt als Vater ihres Kindes hat eintragen lassen, sitzt eine junge Kärntnerin zwischen den Stühlen: Ihr Nachwuchs hatte nämlich bereits einen legalen Vater. Dieser Mann weigert sich jetzt allerdings, Unterhalt zu bezahlen. Nun herrscht Wirrwarr bei den Behörden; ein Verfahren wurde eingeleitet.

Als die Frau über einen RSA-Brief von der Aktion ihres Freundes erfuhr, fiel sie aus allen Wolken. Sie schleppte den Mann, der gar nicht der Vater sein kann, und das auch weiß, sofort zum Jugendgericht, wo er schließlich auch alles zurücknahm. Doch war es dafür leider schon zu spät.

Das Jugendamt hatte den echten Vater nämlich bereits informiert. Dieser reibt sich die Hände, hatte er doch nach der Geburt die Vaterschaft gar nicht anerkennen wollen. Nach einem positiven DNA-Test wurde er aber vom Jugendamt zur Zahlung verpflichtet. Jetzt verweigert er die Überweisung von Alimenten. Er soll sogar überlegen, eine Rückzahlung zu fordern. Der andere Mann wollte zwar eingetragen sein; allerdings hat auch er kein Verlangen danach, für das Kind auch nur einen Cent lockerzumachen

Unklare Vorgehensweise
Die Familie der jungen Frau fragt sich nun, wie das passieren kann. „Haben denn Standesbeamte keinen Zugang zum allgemeinen Register?“, will etwa der Opa wissen. Ein Standesbeamter aus Klagenfurt erklärt dazu: „Wir haben natürlich österreichweit Zugang. Gibt es bereits einen Eintrag, fragen wir selbstverständlich nach. In diesem Fall könnte damals auf den Eintrag der Vaterschaft vergessen worden sein.“ Man frage sich jedoch, wieso sich das Jugendamt, das nach der Geburt des Kindes den DNA-Test selbst angeordnet hatte, eingemischt und den Vater informiert habe ...

Die Frau hat sich einen Anwalt nehmen müssen, um vom Jugendgericht alles „reparieren“ zu lassen. Das Verfahren läuft.

Serina Babka
Serina Babka
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