Für Syrien-Flüchtlinge

„Erdogan-Fan“ Trump: „Die EU soll mehr zahlen“

Ausland
14.11.2019 13:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Obwohl das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei derzeit sehr angespannt ist, hat Donald Trump am Mittwoch in Washington Recep Tayyip Erdogan empfangen. Dabei outete sich der US-Präsident als „ein großer Fan“ seines türkischen Amtskollegen. Gleichzeitig kritisierte Trump die EU, die mehr bezahlen solle, „um die Kosten für Flüchtlinge aus Syrien abzudecken. Derzeit bezahlt ja die Türkei das meiste.“

Trump, der derzeit innenpolitisch mit einem Amtsenthebungsverfahren zu kämpfen hat, mühte sich bei Erdogans Besuch betont um versöhnliche Töne. Er sagte, die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die USA. Auch die Handelsbeziehungen beider Länder hätten großes Potenzial und sollten deutlich ausgeweitet werden. Bei der Zusammenkunft mit Erdogan im Oval Office sagte er: „Der Präsident und ich sind sehr gute Freunde. Wir sind seit Langem befreundet - fast seit dem ersten Tag.“

Gegenseitiges Verständnis trotz gespannter Lage
Man verstehe das jeweils andere Land. Das Verhältnis zwischen den NATO-Partnern Türkei und USA ist wegen diverser Streitpunkte aber getrübt. Die türkische Militäroffensive gegen Kurdenmilizen, welche US-Soldaten im Kampf gegen den IS unterstützen, in Nordsyrien vor gut einem Monat hatte die Spannungen noch verschärft.

Wegen des seit mehr als acht Jahren andauernden Bürgerkriegs in Syrien haben Millionen Syrer ihr Land verlassen. Die meisten haben sich in Nachbarländer geflüchtet, von diesen wiederum die Mehrzahl mit 3,3 Millionen in die Türkei, gefolgt vom Libanon mit mehr als einer Million, Jordanien (655.000) und dem Irak (246.000). Noch mehr Syrer - laut UNHCR 6,6 Millionen - sind im eigenen Land zu Binnenflüchtlingen geworden.

Demonstranten riefen: „Schande über die Türkei“
Während Trump und Erdogan im Oval Office um sanfte Töne bemüht waren, protestierten - berittene Polizei und kilometerlange Tretgitter auf der einen, kurdische Fahnen und trommelnde Aktivisten auf der anderen Seite - vor dem Weißen Haus Hunderte Menschen lautstark gegen Erdogans Syrien-Offensive. Die Demonstranten riefen: „Türkei raus aus Syrien“ und „Schande über die Türkei“.

Am Abend zogen Demonstranten weiter vor das nahe gelegene Hotel, in dem Erdogan übernachtete. Am Rande von Erdogans jüngstem Besuch in der US-Hauptstadt im Mai 2017 hatten dessen Bodyguards vor der türkischen Botschaft friedliche Demonstranten verprügelt, was in den USA Empörung auslöste.

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