12.11.2019 07:00 |

Mehr als 3000 Anzeigen

In steirischen Schulen regiert die Gewalt

Gewalt in der Schule - in der Steiermark ist das traurige Realität. Laut dem Innenministerium wurden in den letzten drei Jahren 478 Körperverletzungen an steirischen Schulen angezeigt. Insgesamt gab es mehr als 3000 strafrechtliche Anzeigen. Offenbar herrscht in den Klassenzimmern ein erschreckendes Gewaltpotenzial.

Mehrere hundert Einbrüche und Sachbeschädigungen, 478 Anzeigen wegen Körperverletzung, 126 gefährliche Drohungen und dazu immer wieder Fälle von sexueller Belästigung - die Beantwortung von Innenminister Wolfgang Peschorn auf eine FPÖ-Anfrage zum Thema Gewalt in den steirischen Schulen hat es zweifellos in sich.

Ein Drittel Ausländer
Alleine im heurigen Jahr (Stand September) hat es bereits 483 Anzeigen gegeben - fast 38 Prozent der Täter waren ausländische Staatsbürger. Der Großteil davon stammte aus Rumänien (61), gefolgt von Russland (16) und Syrien (14).

Schülerzahlen in der Steiermark
Unabhängig von dieser Anfrage liegen der „Krone“ die aktuellen steirischen Schülerzahlen vor - siehe Grafik links. Demnach ist die Zahl der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache (NDMS) in Volksschulen und NMS um 1572 gestiegen. Allerdings liegt das auch an einer neuen Bundes-Vorgabe, wonach nun alle Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch dazu gezählt werden - bisher sind NDMS-Schüler nach sechs Schuljahren aus dieser Statistik gefallen.

„Es gilt, nicht zu dramatisieren, aber auch genau hinzuschauen“, betont die zuständige Landesrätin Ursula Lackner (SPÖ). Dass sie bei der Gewalt an den steirischen Schulen untätig ist oder gar wegschaut, dementiert sie vehement und verweist auf zahlreiche Projekte wie zum Beispiel den Ausbau der Schulsozialarbeit.

Der in Graz zuständige Stadtrat Kurz Hohensinner (ÖVP) sieht die Entwicklung realistisch: „Die eigentliche Integrationsarbeit hat erst begonnen - Sprache und Bildung sind hierfür natürlich wesentliche Schlüsselfaktoren.“

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter
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