05.11.2019 14:03 |

Hauptangeklagter fehlt

Prozess um BAWAG-Kredit 14 Jahre danach

14 Jahre sind vergangen, seit bei der damaligen Gewerkschaftsbank BAWAG ein 350-Millionen-Kredit gewährt wurde. An das US-Brokerhaus Refco, an dem die BAWAG beteiligt war. Doch Stunden nach der Vergabe war Refco pleite, das Geld war weg. Am Dienstag hat in Wr. Neustadt der Prozess um den Refco-Kredit begonnen - allerdings ohne den Hauptangeklagten. Ex-BAWAG-Chef Johann Zwettler (78) ist nämlich verhandlungsunfähig.

Bereits im BAWAG-Prozess rund um die Karibik-Geschäfte, die im Zuge der Ermittlungen rund um den „Blitzkredit“ aufgedeckt worden waren, hatte Zwettler fünf Jahre Haft bekommen, war aber wegen der genannten Gründe haftunfähig und bisher nie im Gefängnis gewesen.

Neben Zwettler sind die beiden früheren Vorstandsmitglieder Peter Nakowitz und Christian Büttner sowie ein weiterer Ex-Manager der Bank angeklagt. Allen vier wird Beitrag zum schweren Betrug sowie Untreue vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Beihilfe zum Betrug bereits im Jahr 2004?
Den Angeklagten wird auch vorgeworfen, bereits im Jahr 2004 Beihilfe zum Betrug des Refco-Chefs Phillip Bennett geleistet zu haben.

So sei die Vermögenslage der Refco mithilfe der BAWAG geschönt und so der damalige Refco-Käufer, das New Yorker Investmenthaus Thomas H. Lee Partners, über die tatsächliche Finanzlage in dem US-Unternehmen getäuscht worden.

Verteidigung sieht Angeklagte als Opfer Bennetts
Die Verteidigung sieht die Angeklagten nicht als Mittäter, sondern vielmehr als Opfer Bennetts. „Es ist ein Wahnsinn. Dieser Herr Bennett ist ein Meisterbetrüger“, erklärte Richard Soyer, Anwalt des viertangeklagten Ex-BAWAG-Managers, in seinem Plädoyer. Bennett habe in der Vergangenheit nicht nur seine eigenen Mitarbeiter und sogar Microsoft-Gründer Bill Gates über den Tisch gezogen, sondern auch die BAWAG über seinen Betrug im Dunkeln gelassen. Wenig überraschend plädierten am Montag alle anwesenden Angeklagten auf „nicht schuldig“.

Kronen Zeitung/krone.at

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