26.10.2019 22:11 |

Empfehlung an Papst

Priesterweihe Verheirateter in Ausnahmefällen?

Die Bischofssynode im Vatikan hat sich für die Priesterweihe von verheirateten Männern in regionalen Ausnahmefällen ausgesprochen. Die Mehrheit der Teilnehmer des Bischofstreffens zu Problemen in der Amazonas-Region stimmte am Samstag in Rom für den Vorschlag, „geeignete und anerkannte Männer“ in dem Regenwaldgebiet zu Priestern weihen zu können, auch wenn sie eine Familie haben. Für den Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, ein „positives“ Signal.

In dem mit 128 zu 41 Stimmen beschlossenen Abschlussdokument der Bischofssynode wird ausdrücklich betont, dass durch den Vorschlag zu den „viri probati“ nicht der Zölibat - also die Pflicht zur Ehelosigkeit von Priestern - infrage gestellt wird.

Eklatanter Priestermangel in Urwaldgebiet
Eine Synode fasst keine verpflichtende Beschlüsse, sondern gibt dem Papst lediglich Empfehlungen. Dieser verfasst dann ein eigenes Schreiben dazu. Franziskus beendet am Sonntag die Amazonas-Synode nach drei Wochen von Beratungen, in deren Zentrum vor allem der eklatante Priestermangel in dem riesigen Urwaldgebiet stand.

Schönborn: Nun liegt es an Papst Franziskus
Einige Teilnehmer hätten sich auch dafür ausgesprochen, dieses Thema auf „universaler“ Ebene anzugehen, heißt es in dem Abschlussdokument. Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn bewertete den Vorschlag in einem Gespräch mit Kathpress positiv. Er gab zugleich aber zu bedenken, dass es an Papst Franziskus liege, „wie er diesen Vorschlag der Synode aufgreift und welche weiteren Wege daraus beschlossen werden“. Auch der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler zeigte sich laut Kathpress zufrieden mit dem Ergebnis der Synode, die „sehr gut gearbeitet“ habe.

Richtungsstreit bei der Frauenfrage
Auch beim Thema der Frauenfrage zeigte sich der Richtungsstreit in der Kirche. So sprachen sich die Synodenteilnehmer zwar für mehr Frauen in Führungspositionen aus - was das genau bedeutet, blieb aber unklar. Stattdessen erinnerte das Papier bei der Frage, ob Frauen zu Diakonninen geweiht werden könnten, an eine Studienkommission, die der Papst schon 2016 dazu eingerichtet hatte. Die Synode wolle sich mit der Kommission austauschen. Über das Abschlussdokument durften nur die Männer abstimmen - was bei den teilnehmenden Frauen Irritationen ausgelöst hatte.

Die Streitthemen Frauen und Priesterweihe für Verheiratete überschatteten das eigentliche Thema der Synode, nämlich die Umweltzerstörung in der Amazonas-Region, die Abholzung des Regenwaldes und die Ausbeutung indigener Völker.

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