26.10.2019 10:00 |

Unterwegs mit der Bahn

Um die Welt jetten oder Klima retten?

Nach uns die Schiene: Wer sich schon einmal mit seinem ökologischen Fußabdruck beschäftigt hat, kommt um eine Urlaubsplanung mit Weitsicht nicht herum. Die Grazerin Anna Fras hat mit Zug und Rad schon die halbe Welt bereist - und sich durch nichts bremsen lassen.

Eines vorweg: Flugscham und erhobener Öko-Zeigefinger, damit will Anna Fras nicht in Zusammenhang gebracht werden. „Wenn sich eine Reise per Flugzeug nicht vermeiden lässt, dann mache ich das auch“, hält die 33-jährige Grazerin fest.

Allerdings: Die allermeisten Ziele innerhalb Europas sind auch bequem per Zug erreichbar - das lehrt die junge Frau die Erfahrung. „Es bedarf einfach einer guten Planung, sonst nichts; aber das muss ich bei einer Flugreise ja auch machen“, meint die Germanistin und Kunsthistorikerin.

Zugfahren und Geld sparen
Auch das Argument, wonach Bahnfahren weit teurer käme als einfach den nächsten Billigflieger zu nehmen, lässt Fras nicht gelten: „Wenn ich früh genug dran bin, sind die Preise oft wirklich okay. Zudem kann man ja darauf achten, einen Nachtzug zu erwischen, so erspart man sich gleich eine Nacht im Hotel.“

Dass die Österreichischen Bundesbahnen so oft kritisiert werden, das kann die Steirerin übrigens nicht nachvollziehen: „Natürlich kommt es immer wieder zu Verspätungen, aber in der Regel funktioniert bei uns alles gut. Einzig, dass man bei den neuen Railjets nur noch wenige Räder mittransportieren kann, das ist in Zeiten wie diesen wirklich ärgerlich“, meint Fras.

Abenteuer von Georgien bis in die Schweiz
Ob Skiurlaub in Tirol, Wanderferien in Bayern oder klassischer Touristen-Aufenthalt in der Normandie - Anna Fras hat alles schon mit den Öffis probiert: „Man lernt, sein Gepäck zu optimieren“, lacht die 33-Jährige, „vor allem im Winter“.

Wo sie die abenteuerlichsten Zugfahrten erlebt hat? „Eindeutig in Georgien. Hingegen können wir uns von den Schweizern viel abschauen. Takt, Pünktlichkeit und Komfort lassen bei unseren Nachbarn keine Wünsche übrig. Jedoch kosten die Tickets hier auch einiges“, weiß die passionierte Radfahrerin.

Größerer Zeitaufwand, dafür mehr Erfahrungen
Als einziges Manko, wenn man so will, bleibt unterm Strich also nur der Faktor Zeit: „Klar, mit der Bahn zu reisen, dauert in der Regel weit länger als den Flieger zu nehmen. Aber diese Zeit lässt sich ja auch wirklich sehr gut nutzen - und sei’s nur mit dem Schlafen oder Lesen“, meint die gebürtige Wienerin, die seit ihrem zehnten Lebensjahr in Graz lebt.

Und sie betont: „Es hat was für sich, bewusst mitzubekommen, wie sich im Laufe der Anreise Land und Leute verändern. Das sehe ich ehrlich gesagt vielmehr als Vor- als als Nachteil; gerade in dieser hektischen Zeit, in der wir heute leben.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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