25.10.2019 10:47 |

Konsequenzen drohen

Schüler wollte Pfefferspray „nur ausprobieren“

Nachdem ein 12-Jähriger am Mittwoch eine volle Dose Pfefferspray am Bundesgymnasium Zaunergasse versprühte, will Schuldirektor Josef Zehentner nun eine Disziplinarkonferenz einberufen. Waffenhändler Reinhold Sodia fordert indessen die Politik zum Handeln auf, weil sich der Bursche die Dose im Internet bestellte.

„Es war nur ein Versehen“, soll der 12-jährige Schüler geantwortet haben, als ihn Lehrer zu Rede stellten. Er hatte am Mittwoch in der Mittagspause am Bundesgymnasium Zaunergasse eine Dose Pfefferspray „ausprobieren wollen“, die er sich zuvor auf einer Internetseite bestellt hatte. 34 Mitschüler wurden bei dem „Lausbubenstreich“, wie es Schuldirektor Josef Zehentner bezeichnete, leicht verletzt.

Schüler muss sich vor Ausschuss verantworten
Nun drohen dem Burschen Konsequenzen. Eine Disziplinarkommission soll in den nächsten Tagen einberufen werden. Dort will Zehentner entscheiden, welche Folgen der Vorfall für den unmündigen Schüler hat. „Die Palette reicht dabei von einer Ermahnung bis hin zu einem Schulausschluss“, meinte Zehentner. Ein Verweis von der Schule sei jedoch eher unwahrscheinlich, wie er betonte. Ob der AHS in den nächsten Tagen eine Schulpsychologin einen Besuch abstatten werde, sei erst zu klären. „Wir wollen die weiteren Schritte abwarten.“

Waffenhändler Reinhold Sodia warnte am Donnerstag davor, den Vorfall als harmlos abzutun. „Auch wenn Pfeffersprays rein der Verteidigung dienen, sind sie immer noch eine Waffe“, so Sodia. Für ihn sei die Politik am Zug. Dass der 12-Jährige den Pfefferspray, dessen Besitz in Österreich erst ab 18 Jahren erlaubt ist, ohne Probleme im Internet bestellen konnte, ist laut Sodia „das wahre Problem“. „Der Online-Handel muss schärfer kontrolliert werden.“

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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