Bei Entschärfung

Weltkriegsbombe explodiert in Göttingen: drei Tote

Ausland
02.06.2010 07:34
Bei der Explosion einer 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg sind am Dienstagabend im deutschen Göttingen drei Mitarbeiter des Entschärfungsdienstes getötet worden. Zwei weitere Menschen wurden schwer und vier leicht verletzt, wie Stadt und Feuerwehr mitteilten. Die Explosion ereignete sich während der Vorarbeiten zur Entschärfung der Bombe. Der Sprengkörper detonierte gegen 21.45 Uhr auf dem Schützenplatz der Universitätsstadt.

Die Schwerverletzten schweben nach Angaben der Uniklinik Göttingen nicht in Lebensgefahr, die Leichtverletzten wurden an Ort und Stelle versorgt. Der Sprengkörper detonierte nach unterschiedlichen Angaben zwischen 21.30 und 21.45 Uhr, Zeugen zufolge war der Knall im Umkreis von mehreren Kilometern zu hören. Die Explosion ereignete sich auf dem Schützenplatz der niedersächsischen Universitätsstadt, auf dem derzeit eine Sportarena gebaut wird.

Evakuierung von 7.200 Menschen
Die Bombe hätte nach einer Evakuierung der Anrainer, die gegen 19 Uhr eingeleitet wurde, entschärft werden sollen. Nach den Plänen der Stadt sollten rund 7.200 Menschen in einem Umkreis von 1.000 Metern rund um den Fundort evakuiert werden. Die Bombe sollte den Plänen zufolge gegen 22.30 Uhr entschärft werden, nachdem der letzte ICE-Hochgeschwindigkeitszug planmässig abgefertigt war.

Stadtsprecher Detlef Johannson sagte, die Evakuierung durch Hunderte Einsatzkräfte sei noch im Gang gewesen, als die Bombe explodierte. Die Kampfmittel-Experten hätten aber erst Vorarbeiten zur Abtrennung des Zünders eingeleitet und noch nicht an der Bombe selbst gearbeitet. Der Blindgänger sollte mit einem neuartigen ferngesteuerten Roboter entschärft werden. Er war beim Bombenfund vor wenigen Tagen zum ersten Mal im Einsatz gewesen.

Beim Aufbau der Technik explodiert
Die Bombe explodierte beim Aufbau der Technik zur Entschärfung, wie Feuerwehrsprecher Frank Gloth sagte. Die Explosionsstelle wurde im Umkreis von 300 Metern weiträumig abgesperrt, auch der Bahnverkehr wurde gesperrt. Um die Ursache für die Explosion zu finden, untersuchten Polizei- und Feuerwehr-Experten den Unglücksort. Johannson dementierte Gerüchte, eine Gasleitung sei explodiert. Zwar verlaufe in der Nähe des Bombenfundorts eine größere Gasleitung. Nach Angaben der Stadtwerke gab es aber keinen Druckabfall, sodass eine Gasexplosion auszuschließen sei.

Erst nach Mitternacht durften die rund 7.000 Menschen, die ihre Häuser wegen der Entschärfung verlassen mussten, in ihre Wohnungen zurückkehren. Nach Angaben des Stadtsprechers waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk unterwegs, um zu überprüfen, ob die angrenzenden Gebäude Schaden genommen haben. Von sichtbaren Schäden sei aber nichts bekannt. Die gesperrte Bahnstrecke wurde kurz nach 00.30 Uhr wieder freigegeben.

Zweiter Bombenfund binnen weniger Tage
Auf dem Schützenplatz in Göttingen war bereits in der Nacht auf Freitag eine 500-Kilo-Bombe entschärft worden. Dabei mussten 5.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch der Göttinger Hauptbahnhof wurde für die Entschärfung am vergangenen Donnerstagabend geräumt. Die Entschärfung verlief dann planmäßig.

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