17.10.2019 07:00 |

Ende in Sicht?

Luftwerte gegen Sicherheit: die Tempo-80 Frage

Seit es ihn gibt, wird er heiß diskutiert: der Luft-80er auf der Stadtautobahn. Der ehemaligen Grünen-Chefin Astrid Rössler bereitete er sogar ein zwischenzeitliches Polit-Aus. Nun stellt Umweltreferent Heinrich Schellhorn ein Ende des Luft-80ers in Aussicht. Ganz vorbei ist es mit dem Tempolimit allerdings noch nicht.

„Schon in zwei Jahren könnte der Luft-80er auf der Stadtautobahn Geschichte sein“, diese Aussicht des grünen Umweltreferenten Heinrich Schellhorn lässt die Autofahrer jubeln. Denn: Prognosen der Umweltabteilung würden zeigen, dass schon in zwei Jahren die Schadstoff-Grenzwerte in der Luft deutlich unterschritten werden könnten. Schon heuer liege man im grünen Bereich. „Damit fällt auch die gesetzliche Grundlage für den flexiblen 80er – nämlich der Luftschutz nach IGL weg“, folgert Schellhorn. Das unbeliebte Tempolimit stünde vor dem Aus, vorausgesetzt die Prognosen stimmen. Schellhorn geht davon aus, denn einerseits zeigt der Luft-80er Wirkung. Andererseits gibt es weniger Schwerverkehr und Diesel-Fahrzeuge auf Salzburgs Straßen. Dem gegenüber stehen Maßnahmen aus dem Verkehrsressort, um den Umstieg auf die Öffis attraktiver zu gestalten.

Rückenwind also für die FPÖ? Nicht ganz, denn die Grünen bleiben dabei: „Der flexible Umwelt-80er ist das gelindeste Mittel, um die Vorgaben der EU einzuhalten und damit die Gesundheit der Menschen entlang der Stadtautobahn zu schützen“, stellt Landtagsabgeordneter Josef Scheinast von den Grünen klar. Jährlich sterben in der EU 400.000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung – zehnmal mehr als im Straßenverkehr. Bis die Werte stimmen, muss der 80er also bleiben. Ansonsten droht Salzburg gar ein Vertragsverletzungsverfahren der EU mit Strafzahlungen in Millionenhöhe.

Hagenau-Anschluss ändert die Spielregeln

Und danach? Das hängt von der nicht weniger umstrittenen A1-Anschlussstelle Hagenau ab. „Die darf erst gebaut werden, wenn die Luftwerte passen“, so Scheinast. Dann könnte der 80er von der Autobahn verschwinden, um kurz darauf sein Comeback zu feiern, denn: „Wenn die neue Auffahrt kommt, dann muss aus Sicherheitsgründen zwischen Salzburg Nord und Mitte ein fixer 80er kommen“, beruft sich Scheinast auf Experten der Asfinag. Das Projekt befindet sich allerdings nach wie vor in der Schwebe.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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