Vor Salzburg-Hit

Manninger bei Liverpool: „Stolz auf dieses Jahr!“

Am Mittwoch gastiert RB Salzburg in der Champions League bei Liverpool - ein Match, dem auch Alexander Manninger entgegenfiebert. Der 42-jährige 33-fache ÖFB-Teamkeeper spielte in seiner aktiven Zeit für beide Vereine, ließ 2016/17 seine Karriere bei Liverpool ausklingen. Mit der „Krone“ sprach er über seine England-Jahre, Jürgen Klopp und Salzburgs Chancen.

„Krone“:Alex, Du warst 1997 der erste Österreicher in der Premier League - das klingt mehr als 20 Jahre später noch gut!
Alexander Manninger: Ja klar. Da sind genauo solche Sachen, die Eindrücke hinterlassen, die man auch nach einer Karriere mitnimmt. Natürlich ist es auch eine kleine Auszeichnung, der erste gewesen zu sein. Dann noch 20 Jahre angehängt zu haben, da muss alles ein bisschen zusammen passen. Dass ich bis 40 aktiv sein konnte, dafür musste man leben, es muss aber auch der Körper mitspielen.

Du hast mit Arsenal zwischen 1998 und 2000 an der Anfield Road gegen Liverpool dreimal verloren - kannst Dich daran noch erinnern?
Die Erinnerungen sind sehr vage - ist vielleicht auch besser so (lacht). Großes hat es für mich nicht gegeben in Liverpool, außer dem gehaltenen Elfer von Michael Owen.

Der Anruf von Liverpool-Trainer Jürgen Klopp im Sommer 2016 - zählte er zu den überraschendsten in Deiner Karriere?
Das trifft es sehr gut. Er hatte zwei junge, deutschsprachige Torhüter, brauchte einen dritten, der den Puffer spielt und wenn es darauf ankommt, spielen kann. Zwei Tage nach Klopps Anruf flog ich von Salzburg nach Liverpool und wiederum zwei Tage darauf waren wir schon in den USA auf Tournee.

Wolltest Du dieses eine Jahr nach der Station Augsburg noch anhängen?
Ja, es gab auch Gespräche mit anderen Vereinen. Mein Credo war: Wenn noch was kommt, das mich reizt, mache ich es. Klopp meinte, bei uns passiert was, ich brauche Leute mit Energie. Ich sagte, okay, ich werde sie nicht mehr jede Woche auf den Platz bringen können, aber ich werde mithelfen. Das ist uns super gelungen im ersten Jahr, Platz vier mit Qualifikation zur Champions League. Der Rest ist Geschichte, noch erfolgreichere Geschichte.

Was macht die Faszination Anfield Road aus?
Liverpool hat knapp eine Million Einwohner, wo 900.000 Fußball-Fans sind. Teilt sich etwas auf zwischen Everton und Liverpool. Die Leute haben gewartet, dass wieder was passiert im Fußball. Eine Euphorie, eine Dynamik, die man spürt in der ganzen Stadt. Das Stadion ist, gepaart mit der ruhmreichen Geschichte und Tradition, das i-Tüpfelchen.

Was bleibt Dir von der einen Saison in Liverpool?
Emotionen, die ich nie vergessen werde. Gänsehaut bei jedemHeimspiel. Hätte ich am Ende nicht eine Verletzung an der linken Hand gehabt, wäre sich vielleicht ein Pflichtspiel-Einsatz ausgegangen. Ich trauere dem nicht nach, bin stolz auf dieses Jahr.

Wie bist Du mit dieser Rolle klar gekommen?
Sie war mir von Anfang an bewusst, jedem anderen auch. Trotzdem kannten und schätzten sie mich in Liverpool. Meine akzeptierte Rolle war es auch oft, nach dem Aufwärmen auf die Tribüne zu gehen. Kenny Daglish, Steven Gerrard oder auch Michael Owen saßen neben mir, ich war Teil dieser großartigen Familie.

Du hast bereits im Frühjahr 2017 prophezeit, dass mit diesem Team Großes passieren wird.
Ich sah das Team wachsen, wie jeder Tag für Tag an sich gearbeitet hat. Vorne weg die englische Garde mit James Milner und Jordan Henderson. Und mit Klopp ein Trainer, der jede Faser des modernden Fußballs verstanden hat, geradlinig vorgeht, nie Ausreden sucht.

Stimmt es, dass Du in Liverpool als Torwart-Trainer weiter machen hättest können?
Die Idee gab es. Doch ich spielte 20 meiner 22 Profi-Jahre im Ausland, sagte mir mit damals 40 Jahren, das reicht. Ich hole jetzt vieles nach, was während der Karriere nicht ging.

Du hast 2005/06 für RB Salzburg gespielt. Hättest Du gedacht, dass der Klub diesen erfolgreichen Weg beschreiten wird.
Nicht zu meiner Zeit, weil sie andere war. Nach viel Geduld und Kraft, gepaart mit einigem Geld, ist inzwischen möglich geworden, was sie sich mit ihrem Engagement auch verdient haben. Eine super Sache für ganz Fußball-Österreich.

Salzburg ist nach dem 6:2 über Genk voller Euphorie. Könnte es amMittwoch gar das böse Erwachen geben?
Das glaube ich nicht. Salzburg hat junge Kicker, die da sind, um den nächsten Schritt zu machen. Genau das macht den Spieler hungrig, er denkt nicht nach. Die Konstellation könnte nicht besser sein, eine Win-Win-Situation. Wenn einer 10 Jahre Karriere hat für so ein Spiel, der wird wahrschenlich vorher drei Tage nicht schlafen können.

Was sagst du zum neuen Superstürmer Erling Haland?
Seine Zahlen sagen alles. Er ist erst 19, hat die Entscheidung getroffen, zu einem kleineren Verein zu gehen als er hätte gehen können. Salzburg hat alles richtig gemacht bei hm, weil sie genau wissen, welcher Spieler ihnen weiterhelfen kann. Da haben sie einmal mehr ins Volle gegriffen.

Dein Tipp für Mittwoch?
Die Salzburger werden ein Riesen-Spiel abliefern, Liverpool am Ende aber gewinnnen. Ich glaube, die Überraschung ist am Mittwoch nicht möglich, aber im Retourspiel im Dezemer durchaus. Was beide Klubs eint: Sie verstehen es, ihr Geld gut und richtig auszugeben.

Christian Reichel, Kronen Zeitung

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