29.09.2019 11:15 |

Junger Shop in Graz

Kleidung aus zweiter Hand ist wieder groß in Mode

Von Kopf bis Fuß in Omas Gewand gehüllt: Für immer mehr Menschen die logische Antwort auf die erdrückenden Berge von Wegwerfkleidung. Drei junge Steirerinnen zeigen vor, wie’s geht.

„Welche Jacke gefällt dir besser, Mama?“ Eine junge Studienanfängerin schlüpft zwischen zwei zotteligen Ungetümen hin und her und wirft ihrer Geldgeberin, die immer tiefer in dem blauen Couchsessel versinkt, fragende Blicke zu. „Schwierig, Liebes, denn es sind beide grottenhässlich“, kommt es von der Mutter unverhohlen retour.

Szenen wie diese haben sich wohl schon millionenfach abgespielt, auch Töchtern älteren Semesters ist der jüngst mitangehörte Dialog nicht fremd. Jedoch ist das schon die einzige Parallele, die sich beim Besuch im Geschäft von Clarissa Kober, Diana Ranegger und Johanna Kohlenberger mit anderen Second-Hand-Läden ziehen lässt.

Kein muffiger Geruch
Die Verkaufsräume der drei jungen Frauen in der Grazer Volksgartenstraße 3 sind hell und lichtdurchflutet, die Ausstattung ist modern, kein muffiger Geruch zieht einem in die Nase. Alles kein Zufall, sondern Teile des Konzepts von „Dogdays of summer“: „Wir wollten Kleidung wieder als das präsentieren, was es ursprünglich war - nämlich ein Alltagsbegleiter von Wertigkeit und Bestand“, sagt Diana Ranegger.

Der 24-jährigen Mediendesignerin ist das System Wegwerfkleidung zutiefst zuwider: „Es gibt dabei nur Verlierer. Menschen und Umwelt werden ausgebeutet, die Befriedigung der Konsumenten ist nur von ganz kurzer Dauer“.

Ältere Kunden schätzen Qualität besonders
Flohmärkte im ganzen Land sind die liebste Spielwiese des Trios, der Kundenstock ist breit: „Junge Frauen sind sicher unsere Hauptzielgruppe, es kommen aber auch viele Männer und Seniorinnen zu uns einkaufen. Letztere freuen sich über ihnen bekannte Schnitte, vor allem aber über die gute Qualität der Stücke aus einer anderen Zeit“, erzählt Johanna Kohlenberger, eine gebürtige Spielfelderin.

Was die drei jungen Frauen besonders freut: „Es kommen immer mehr Kunden, die Second-Hand nicht kaufen, weil es cool ist, sondern weil damit bewusst ein Akzent für Nachhaltigkeit und gegen Schnäppchenjagd und Konsumwahn gesetzt wird“, weiß Clarissa Kober. Hier geht‘s zum Shop.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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