25.09.2019 22:09 |

Weltweite Dürren

Klimawandel gefährdet auch den Weizenanbau

Fast zwei Drittel der weltweiten Weizenanbaugebiete könnten in Zukunft zeitgleich von Klimawandel-bedingten Trockenheiten heimgesucht werden, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Selbst wenn die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius eingedämmt wird, verdoppelt sich das Risiko für gleichzeitige Dürren bis 2050, schrieben die Wisenschaftler.

Ein Team um Miroslav Trnka von der Universität Brünn in Tschechien berechnete mit Modellen die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Trockenheiten in den Weizenanbaugebieten bei heutigen Klimabedingungen, bei einer Erwärmung um maximal zwei Grad Celsius, wie es im Klimaabkommen von Paris vereinbart wurde, und ohne wirksame Klimaschutz-Maßnahmen.

60% der Anbaugebiete weltweit betroffen
Wenn die Menschen die Treibhausgas-Emissionen nicht massiv senken, könnten bis zum Ende des Jahrhunderts 60 Prozent der weltweiten Weizenanbaugebiete zugleich oder in unmittelbarer zeitlicher Abfolge von Dürren betroffen werden, so die Forscher, zu denen auch Petr Havlik vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien gehört. Selbst wenn die Klimaziele von Paris eingehalten werden, steigt das Risiko für gleichzeitige Dürren bis zur Mitte des Jahrhunderts von derzeit 15 auf 30 Prozent.

Weizen ist meistangebautes Getreide der Welt
Dies gefährde die Nahrungsversorgung der Menschen. Weizen ist flächenmäßig das meist angebaute Getreide der Welt, und stellt etwa 20 Prozent der von Menschen konsumierten Kalorien bereit, erklären die Forscher. Im Vergleich zu anderen Getreidearten benötigt er schon recht wenig Wasser und verträgt auch moderate Mangelbedingungen ganz passabel.

Es wäre also kaum möglich, noch anspruchslosere Alternativen zu pflanzen. Stattdessen bräuchte es eine „eine globale koordinierte Handelspolitik, die regionale Auswirkungen des Klimawandels mindert, anstatt sie zu verschärfen“, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Science Advances“.

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