23.09.2019 10:58 |

SPÖ & NEOS dafür

FPÖ lehnt Tierschutzanträge der Liste JETZT ab

Es sind drei brennende Probleme im Tierschutz, die schon seit Jahrzehnten diskutiert werden, aber bisher noch keiner Lösung näher kamen: das Vergasen und Schreddern von Eintagskücken der Legerassen, die betäubungslose Kastration von Ferkeln und das Leben von Schweinen auf Vollspaltenboden statt auf Stroh. Die gesamte Tierschutzbewegung zeigt sich daher hoch erfreut, als Daniela Holzinger-Vogtenhuber von der Liste JETZT in der Zeit zwischen Regierungsende und Neuwahl Initiativanträge zu allen drei Punkten einbrachte. Nun wurde jedoch der bereits dritte Fristsetzungsantrag von der FPÖ abgelehnt.

Wichtig zu wissen: Über die Anträge kann nur abgestimmt werden, wenn zuerst ein Fristsetzungsantrag durchgeht, der die Frist für die Abstimmung auf die Zeit bis zur Wahl setzt. Ein entsprechender Fristsetzungsantrag war sowohl im Juni als auch im Juli von der FPÖ abgelehnt worden. Am vergangenen Donnerstag nutzte die Liste JETZT den allerletzten Moment, um den Fristsetzungsantrag noch ein drittes Mal einzubringen. Später in der Nacht wurde er jedoch wieder mit den Stimmen der FPÖ und der ÖVP abgeschmettert. Die SPÖ und die NEOS haben zugestimmt.

VGT: „Schändliches Vorgehen der FPÖ!“
Laut einer Aussendung des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) konfrontierte ein Tierschützer FPÖ-Chef Norbert Hofer in der Frage des Verbots der Vollspaltenböden für Schweine. Dieser meinte, die FPÖ brauche noch mehr Zeit. VGT-Obmann Martin Balluch, der für die Liste JETZT kandidiert, dazu: „Wir haben alle Fakten zu dieser Frage zusammen getragen: die wissenschaftlichen Studien, die Meinung der Bevölkerung, die Bereitschaft der Supermärkte für eine Branchenlösung und die Erfahrung jener Betriebe, die von sich aus in den letzten Jahren von Vollspalten auf Stroh umgebaut haben. All das weist deutlich darauf hin, dass der Umstieg österreichweit ein Gewinn für alle Beteiligten wäre. Dagegen setzt die FPÖ ihr Bauchgefühl, dass dann die Importe zunehmen würden - und verrät die Tiere. Nun endgültig. Ich hoffe sehr, dass alle tierschutzbewegten Menschen hierzulande der FPÖ dieses schändliche Vorgehen nicht vergessen werden!“

Vier Pfoten: „Argumentation der FPÖ ist ein Witz!“
Auch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ zeigt sich erwartungsgemäß enttäuscht: „Bei der FPÖ ist besonders ärgerlich, dass sie sich immer als Tierschutzpartei präsentiert hat. Die Tierschutzbeauftragte Philippa Strache hat selbst immer wieder Vollspaltenböden und auch das Kükentöten massiv kritisiert. Wenn jetzt argumentiert wird, die Landwirtschaft braucht Zeit, ist das einfach ein Witz: Gerade bei den Vollspaltenböden gab es ohnehin im Antrag eine Übergangsfrist von zehn Jahren.“ 

Entenfellner: „Politiker brechen ihr Wort!“
„Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner hat sich am Wochenende mit ihrer wöchentlichen Zeitungskolumne zu Wort gemeldet. Denn bei dieser Wahl verzichtet sie auf die übliche Vorberichterstattung, in deren Rahmen alle Parteien zu ihren Standpunkten in Sachen Tierschutz befragt werden. Entenfellner dazu: „Ich habe es satt, dass die Damen und Herren Politiker unsere Fragebogen als PR-Möglichkeit nutzen und Interesse an Themen heucheln, die ihnen dann schon kurze Zeit später bei den Abstimmungen herzlich egal zu sein scheinen. Das Blaue vom Himmel wurde uns bereits erzählt - aber nach der Wahl wird das Wort gebrochen.“ Ihr Appell an die Wähler ist eindeutig: „Lassen Sie sich nicht von großen Plänen und netten Floskeln blenden! Sie erkennen am Abstimmungsverhalten der Abgeordneten, ob es sich um eine ,Tierschutzpartei‘ handelt oder um einen reinen Marketingschmäh!“

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