07.07.2004 11:43 |

Rätsel im Himalaya

Tod eines Bergsteigers vermutlich kein Unfall

Der Tod eines deutschen Bergsteigers am Nanga Parbat im Himalaya ist nach Angaben des Expeditionsleiters möglicherweise kein Unfall gewesen. Christian Walter sagte den "Dresdner Neuesten Nachrichten", er sei zwar vorsichtig mit der Behauptung, dass der Thüringer absichtlich seinen Tod herbeigeführt habe. Aber zumindest habe er ihn in Kauf genommen.
Ein 65 Jahre alter Mann aus Sachsen war am Mittwochvergangener Woche beim Abstieg vom Gipfel des 8125 Meter hohenBerges ums Leben gekommen. Die Leiche ist allerdings noch nichtgefunden worden.
 
"Es war kein Absturz", sagte Walter der Zeitung.Der Thüringer habe sich auf den Hosenboden gesetzt und seibergab gerutscht. Erst habe er noch gebremst, dann sei er ohneVorwarnung immer schneller gerutscht. "Mein Bruder hat ihm nachgerufen,er solle anhalten", sagt Walter. Der Thüringer habe jedochgewunken und zurückgeschrien, er werde jetzt nicht mehr bremsen.Nach Einschätzung Walters war der Mann mit seinen Kräftenam Ende und "wahrscheinlich nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigenFähigkeiten".
 
Nach Meinung Walters besteht keine Chance mehr,den Thüringer lebend zu finden. Die vier verbliebenen, inSachsen lebenden Bergsteiger wollen bis Ende Juli zurücknach Deutschland fliegen. Sie waren beim Abstieg vom Gipfel inNot geraten und hatten Hilfe von österreichischen Alpinistenerhalten. Der Nanga Parbat ("Nackter Schreckensberg") im nordöstlichenPakistan gilt als einer der gefährlichsten Berge im Himalaya.Da viele Deutsche dort tödlich verunglückten, wird derNanga Parbat auch als "Schicksalsberg der Deutschen" bezeichnet.